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Medizin

Adipositaschirurgie: Magenbypass langfristig im Vorteil

Donnerstag, 30. Oktober 2014

dpa

Seattle – Ein Magenbypass ist zwar mit einem höheren postoperativen Komplikations­risiko verbunden als ein Magenband, langfristig erzielte der Magenbypass in einer Studie in JAMA Surgery (2014; doi: 10.1001/jamasurg.2014.1674) jedoch die stärkere Gewichtsabnahme und es waren seltener Korrektureingriffe erforderlich.

Die Adipositaschirurgie ist in den USA weit verbreitet. Die zehn Krankenkassen, deren Daten David Arterburn vom Group Health Research Institute, Seattle, jetzt ausgewertet hat, haben zwischen 2005 und 2009 insgesamt 7.457 adipösen Patienten zwei unterschiedliche Operationen finanziert.

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Der Roux-en-Y-Magenbypass ist dabei der invasivere Eingriff, da nicht nur der Magen verkleinert wird, sondern auch die Anastomose mit einer hochgezogenen Darmschlinge die Resorptionsstrecke des Nahrungsbreis verkürzt. Das Magenband, das um den Magenfundus gelegt wird, hat dagegen den Vorteil, dass die „Dosis“ verändert werden kann und der Eingriff vollständig reversibel ist, was beim Roux-en-Y-Magenbypass nicht der Fall ist.

Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Patienten nach einem Magenbypass die größere Wirkung erzielen. In der von Arterburn ausgewerteten Kohorte verloren die Patienten 14,8 Punkte auf der BMI-Skala. Das Magenband war dagegen nur mit einem Rückgang um 8,0 Punkte verbunden.

Da der Magenbypass der größere Eingriff ist, kam es postoperativ häufiger zu Komplikationen. In der Kohorte kam es bei 174 Patienten (3 Prozent) in den ersten 30 Tagen zu mindestens einer Komplikation. Nach dem Magenband mussten dagegen nur 15 Patienten (1,3 Prozent) wegen einer Komplikation behandelt werden.

Langfristig scheint der Magenbypass jedoch die sichere Wahl zu sein: Während der gesamten Nachbeobachtungszeit von bis zu 6 Jahren mussten 318 von 5.800 Patienten (5,5 Prozent) sich einer erneuten Operation unterziehen. Nach der Magenband-Operation war dies bei 163 von 1.192 Patienten (13,7 Prozent) der Fall. Das Sterberisiko war in beiden Gruppen gleich: In der Magenbypass-Gruppe gab es 17 Todesfälle (0,3 Prozent), von den Magenbandträgern sind zwei gestorben (0,2 Prozent).

Die Studie liefert nicht nur gute Langzeitergebnisse der beiden bariatrischen Standardoperationen. Sie zeigt auch, dass die Eingriffe mit zunehmender Routine immer sicherer werden. Verglichen mit anderen Bauchoperationen ähnlicher Komplexität sei die Komplikationsrate heute sehr gering, meint der Editorialist Justin Dimick von der University von Michigan in Ann Arbor.

Mittelweile hat sich die Adipositaschirurgie jedoch weiterentwickelt. Viele Zentren bevorzugen heute die Sleeve-Gastrektomie, bei der der Magen durch Resektion im Bereich der großen Kurvatour auf einen schlauchförmigen Rest verkleinert wird. Hierzu konnte Arterburn noch keine Langzeitergebnisse vorstellen. © rme/aerzteblatt.de

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