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Ausland

Ärzte ohne Grenzen: Keine Entwarnung bei Ebola

Freitag, 31. Oktober 2014

Bergung eines möglicherweise an Ebola verstrobenen Mannes in Liberia /dpa

Washington – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat dringend davor gewarnt, schwache Anzeichen für einen möglichen Rückgang der Ebola-Infektionen in Liberia überzubewerten. Einen Tag nach übereinstimmenden Angaben der Weltge­sundheitsorganisation (WHO) und des liberianischen Roten Kreuzes, wonach sich in dem Land die Ausbreitung des tödlichen Virus verlangsamt habe, erklärte MSF-Missionschef Fasil Tezera, dass es „zu früh“ für positive Schlussfolgerungen sei.

„Es ist zu früh, Schlussfolgerungen aus einer Abnahme der Ebola-Fälle in Monrovia zu ziehen“, warnte Tezera. Zwar sei die Zahl der Aufnahmen im 250 Betten umfassenden Ebola-Zentrum der Organisation in der liberianischen Hauptstadt um etwa 80 Prozent gesunken. Rückschlüsse auf die Gesamtlage ließen sich daraus jedoch nicht ableiten. Die Schätzungen könnten zudem unzuverlässig ein. Der Rückgang der Fallzahlen könnte auch auf das unterentwickelte Gesundheitsmanagement des Landes zurückzuführen sein.

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Eine MSF-Sprecherin in Dakar sagte, viele Menschen in Monrovia riefen bei der Ebola-Hotline an, weil sie krank seien. Sie würden aber nicht abgeholt, weil es nicht genügend Krankenwagen gebe. Solche Patienten tauchten nicht in den Statistiken auf. Der Verlauf dieser Epidemie sei „unvorhersehbar“. In Westafrika haben sich nach Angaben der WHO seit Jahresbeginn mehr als 10.000 Menschen mit Ebola angesteckt, fast 5.000 von ihnen starben.

Die WHO und das liberianische Rotes Kreuz hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass sich in Liberia die Ausbreitung des tödlichen Virus verlangsamt habe.  Allerdings warnten sowohl die WHO als auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass die Epidemie weiterhin nicht unter Kontrolle sei. WHO-Generaldirektor Bruce Aylward sagte in Genf. „Es scheint, dass sich der Trend in Liberia bestätigt.“ Er sei aber „angsterfüllt, die Nachricht könnte falsch interpretiert werden“. Niemand dürfe glauben, das Virus sei unter Kontrolle.

US-Präsident Barack Obama lobte die freiwilligen Helfer aus seinem Land, die zum Kampf gegen Ebola nach Westafrika gehen, als „Helden“. „Wir müssen sie als das bezeichnen, was sie sind: amerikanische Helden“, sagte Obama nach einem Treffen mit zurückgekehrten Medizinern am Mittwochabend in Washington.

Die Weltbank teilte mit, dass sie umgehend 100 Millionen Dollar (78,6 Millionen Euro) für die Entsendung von medizinischem Personal in die Ebola-Gebiete zur Verfügung stellt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden in den drei am schwersten betroffenen Ländern insgesamt 5000 weitere internationale Helfer in den kommenden Monaten benötigt. © afp/aerzteblatt.de

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