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Ausland

WHO: Mehr als 13.500 Ebola-Fälle

Montag, 3. November 2014

Genf – 13.567 Menschen sind bislang an Ebola erkrankt, wie die Weltgesundheits­orga­nisation (WHO) am Freitag in Genf mitteilte. 4.951 Menschen seien durch das Virus gestorben, hieß es. Die Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Zahl der offiziell registrierten Fälle sei im Vergleich zum vorherigen Stand leicht gesunken, da sich einige Verdachtsfälle in Guinea nicht bestätigt hätten. Am Mittwoch hatte die WHO noch von etwa 13.700 Ebola-Erkrankungen gesprochen. Betroffen sind vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone.

Nach Australien verweigert nun auch Kanada Menschen aus den westafrikanischen Ebola-Ländern die Einreise. Vorübergehend würden keine Visa für Reisende aus den betroffenen Ländern ausgestellt. Diese Maßnahme sei nötig, um die kanadischen Bürger zu schützen, teilte die Regierung in Ottawa am Freitag mit. In Kanada ist bislang kein Ebola-Fall bekannt. Vor einigen Tagen hatte Australien seine Grenzen für Menschen aus den Ebola-Gebieten geschlossen. In Deutschland gibt es solche Maßnahmen nicht.

Spendenaufruf des Afrika Kulturinstituts eV für ein Ebola-Hilfsprogramm

Ein Hilfsprogramm zur Eindämmung der Ebola-Epidemie hat das Afrika Kulturinstitut eV in Berlin zusammen mit den Botschaften der betroffenen Länder konzipiert.

Die gespendeten Mittel sollen ausschließlich für drei Aktivitäten eingesetzt werden:

  • Für die Finanzierung und Verteilung von Sofort-Hilfe-Paketen an Haushalte, die alles Wichtige zur ersten Isolation der Erkrankten sowie zur Desinfektion der Lokalität und zum Schutz der Personen enthalten, die die Infizierten betreuen.
  • Für die Erstellung, Anfertigung und Verbreitung von Aufklärungstafeln und Flugblättern, um auch in peripheren Regionen und in städtischen Hüttenvierteln auf die Krankheit und sinnvolle Sofortmaßnahmen aufmerksam zu machen.
  • Für Ausbildungskurse junger afrikanischer Helfer. Die ausgebildeten Helfer sollen die Arbeit in Ebola-Behandlungszentren zum Beispiel der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und des Roten Kreuzes unterstützen.

Diese drei Maßnahmen sollen zusammen mit dem Bundesministerium der Verteidigung, der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO und den Ebola Treatment Centres in Liberia, Sierra Leone und Guinea erfolgen.

Das Afrika Kulturinstitut eV ist ein gemeinnütziger Verein. „Zweck ist die Förderung der Beziehungen und des Verständnisses zwischen den Völkern Afrikas und Europas in den Bereichen Erziehung, Wissenschaft, Kultur und Sport sowie der Integration und Reintegration der in Europa lebenden Afrikaner“, heißt es in der Satzung. Dazu veranstaltet das Institut unter anderem Seminare, Tagungen und Exkursionen und initiiert Schul- und Universitätspartnerschaften mit afrikanischen Ländern.

Das Afrika Kulturinstitut bittet um Spenden unter dem Kennwort „Ebola-Hilfe Westafrika 2014“ auf ein Spendenkonto bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, IBAN: DE23 3006 0601 0105 8994 94, BIC: DAAEDEDDXXX.     hil

http://www.afrikakulturinstitut.com/index.html  |  Afrika Kulturinstitut eV

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UN-Ebolakoordinator David Navarro hatte zuvor einige Staaten für ihre Quarantäne­regeln bei der Rückkehr von Ärzten und Krankenschwestern kritisiert. „Wir möchten nicht, dass sie sich in ihrer Heimat nach der Rückkehr nicht willkommen fühlen.“ In den USA war vergangene Woche eine Krankenschwester direkt nach ihrer Rückkehr aus Sierra Leone unter ihrer Ansicht nach sehr harschen Bedingungen isoliert worden. Sie zeigt keine Symptome, und bisher konnte bei ihr in mehreren Tests keine Infektion festgestellt werden.

In Westafrika sehen die UN vermehrt Fortschritte im Kampf gegen die Seuche. Aktuelle Zahlen deuteten beispielsweise auf weniger Neuinfektionen in Liberia hin, hatte UN-Ebo­la­­koordinator Navarro am Freitag in New York gesagt. Man sei zudem auf einem guten Weg, wie geplant bis Anfang Dezember 70 Prozent aller Erkrankten zu behandeln.

Von der geforderten Milliarde Dollar an Hilfsgeldern seien 50 Prozent bereits zugesagt, hieß es weiter. „Aber es ist noch ein weiter Weg, bis wir sagen können, dass wir den Ausbruch der Krankheit unter Kontrolle oder gar überstanden haben.“

Ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen, der sich in Sierra Leone mit Ebola angesteckt hat, wurde in ein Militärkrankenhaus in der Nähe von Paris ausgeflogen. Das teilte das französische Ge­sund­heits­mi­nis­terium am Sonntag mit. Es sei der zweite Patient, der in Frankreich wegen Ebola behandelt werde, hieß es weiter. Das Ministerium machte keine Angaben zur Identität des Patienten, der auf Bitten der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) ins Land gebracht wurde.

In Deutschland bereitet sich die Bundeswehr verstärkt auf ihren Hilfseinsatz in den Ebo­la-Gebieten vor. In München trainieren Soldaten in einem mobilen Speziallabor den Ernstfall. Im Labor können sie innerhalb von vier Stunden testen, ob ein Patient an Ebola oder Malaria erkrankt ist. „Das ist die am höchsten entwickelte Einrichtung, die es im Moment gibt - und die gibt es nur hier“, erklärte Oberfeldarzt Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr.

Die Soldaten unterstützen damit die Hilfsorganisationen vor Ort, die keine eigenen Testlabore haben. Wann es tatsächlich los geht und wohin der Einsatz der Experten geht, ist noch unklar. „Die Logistik aber ist bereits durchgeplant“, sagt Wölfel. „Wir können innerhalb von 48 Stunden abflugbereit sein.“ © dpa/aerzteblatt.de

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