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Hohe Fehlerquote bei der Epilepsie-Diagnostik

Dienstag, 4. November 2014

Darmstadt – Die Diagnostik der Epilepsien ist fehleranfällig. In bestimmten Zuweisungs­zentren könnten bis zu rund einem Drittel der Epilepsie-Diagnosen falsch sein. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). „Erleiden Menschen einen Krampfanfall, diagnostizierten Ärzte oft Epilepsie. Dabei liegen häufig andere Ursachen zugrunde“, erläutert Soheyl Noachtar, Experte der DGKN und Leiter des Epilepsie-Zentrums am Klinikum der Universität München – Großhadern. Eine Ursache der vielen Fehldiagnosen sehen die Experten der DGKN in mangelhaften Kenntnissen der Elektroenzephalographie (EEG)-Veränderungen und der ungenügenden Erfahrung mit EEG-Auswertungen. Das EEG misst Hirnströme und zeichnet sie graphisch auf. Die Stromkurven geben Aufschluss über die Aktivität im Gehirn.

„Die hohe Rate an Fehldiagnosen stammt vor allem aus Zentren, denen besonders schwierige Fälle mit unklaren Diagnosen zugewiesen werden“, erklärt Noachtar. Beim niedergelassenen Neurologen würden seltener falsche Epilepsiediagnosen gestellt.

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Die DGKN fordert daher eine bessere Ausbildung in der EEG-Auswertung basierend auf den Richtlinien der Fachgesellschaft. Diese sehen für die Ausbildung bei ganztägiger Tätigkeit ein halbes Jahr vor. Auszubildende müssten dabei mindestens 800 EEG-Kurven auswerten, darunter 200 EEGs mit epileptiformen oder Anfallsmustern. © hil/aerzteblatt.de

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