Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Medica: Wissenschaftler stellen abbaubare Implantate vor

Dienstag, 4. November 2014

Der Demonstrator für einen Schulteranker aus Eisen-Tricalciumphosphat (FE-TCP) ist nur unwesentlich größer als ein Streichholzkopf, Foto: Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung

Düsseldorf – Implantate, die sich im Körper vollständig abbauen, stellt das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung in Bremen auf der Messe Compamed vor, die parallel zur Medica vom 12. bis 14. November in Düsseldorf stattfindet. Bislang verwenden Mediziner bei Knochenbrüchen bekanntlich Implantate aus Stahl, Titan oder auch Kunststoff, die nach der Heilung operativ entfernt werden müssen. Die abbaubaren Implantate sollen den Patienten künftig die Eingriffe zum Entfernen der Implantate ersparen.

Im ersten Schritt haben die Fraunhofer-Wissenschaftler per Pulverspritzguss einen Schulteranker gefertigt, der als Demonstrator vorliegt. Mit dem Implantat lassen sich abgetrennte Sehnen am Knochen verankern, bis diese wieder angewachsen sind. Da die Funktion des Fixationselements nach der Heilung erfüllt ist, wird es nicht mehr im Körper benötigt. „Wenn möglichst verschleißfeste Ersatzkomponenten erforderlich sind – wie bei einem künstlichen Hüftgelenk – wird man sicher weiterhin auf metallische Legierungen wie Titan zurückgreifen. Doch für Platten, Schrauben, Stifte und Nägel, die nicht im Körper bleiben sollen, gelten andere Anforderungen“, erläutert Philipp Imgrund von dem Fraunhofer-Institut.

Idealerweise sei der Grad der sogenannten Degradation – also des Abbaus – an das Knochenwachstum so angepasst, so dass Abbau des Implantats und Knochenaufbau ineinandergreifen. Dafür entwickeln die Wissenschaftler Materialien mit gezielt einstellbarem Degradationsverhalten. Die

Herausforderung: Die Implantate müssen während des kompletten Heilungsprozesses mechanisch stabil genug sein, um den Knochen zu fixieren. Zugleich dürfen sie keine allergene Wirkung haben und Entzündungen hervorrufen. Die Forscher am Bremer Fraunhofer-Institut setzen dafür auf sogenannte Metall-Keramik-Komposite. Sie kombinieren eine metallische Komponente auf Basis einer Eisenlegierung mit Beta-Tricalciumphosphat (TCP) als keramische Komponente. „Eisenlegierungen korrodieren langsam und sorgen für hohe mechanische Festigkeiten, während Keramik sich schnell zersetzt, das Knochenwachstum anregt und das Einwachsen des Implantats begünstigt“, erläutert Imgrund.

In Laborversuchen haben die Forscher die optimale Zusammensetzung der Werkstoffe für den Schulteranker herausgefunden. Der Demonstrator besteht zu 60 Prozent aus Eisen, der Keramikanteil beträgt 40 Prozent. Der Schulteranker wäre damit innerhalb von ein bis zwei Jahren vom Körper resorbiert.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16.10.17
Deutsche Forschungs­gemeinschaft stattet Universitäten mit Elektronen­mikroskopen aus
Bonn – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellt den Hochschulen in Deutschland 67 Millionen Euro für neue Hochleistungs-Elektronenmikroskope zur Verfügung. Sie reagiert damit auf den Rücklauf......
11.10.17
Uniklinik Dresden vervierfacht Kapazität für robotergestützte Bauchoperationen
Dresden – Die Operateure der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden können künftig 200 roboterassistierte Operationen pro Jahr......
28.09.17
Hirndruckmessung: Erste nicht-invasive Technik vergleichbar mit üblichen Hirndrucksonden
Stuttgart/Erlangen – Mit einer neuen Technik ist es Ärzten vom Neurochirurgischen Klinikum Stuttgart und der Neurochirurgischen Universitätsklinik Erlangen gelungen, den Hirndruck nicht-invasiv......
26.09.17
Ypsomed baut Medizintechnik-Werk in Schwerin
Schwerin – Der Insulinpens- und Insulinpumpen-Hersteller Ypsomed baut in Schwerin eine Produktionsstätte für Insulinspritzen. Das Familienunternehmen mit Sitz in Burgdorf bei Bern will in den......
21.09.17
Ärzte bescheinigen 3D-Druck großes Potenzial in der Medizin
Berlin – Ärzte sehen im 3D-Druck einer Umfrage zufolge ein großes Potenzial etwa zur Herstellung von Ersatzorganen und Prothesen. Mehr als jeder vierte Mediziner (27 Prozent) geht davon aus, dass......
14.09.17
Ottobock holt familienfremden Chef
Duderstadt – Der Prothesenhersteller Ottobock macht mit Oliver Scheel zum ersten Mal einen familienfremden Manager zum Vorstandschef. Am 15. Januar 2018 übernehme der 49-Jährige, der zuvor Partner und......
08.09.17
Teure Messgeräte aus Jenaer Hochschule gestohlen
Jena – In den vergangenen Monaten sind immer wieder teure medizinische Geräte aus Krankenhäusern gestohlen worden. Nun hat es auch die Labore der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena getroffen. Dort wurden......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige