NewsPolitikAb 2015 wird Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ab 2015 wird Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt

Dienstag, 4. November 2014

dpa

Berlin - Ab dem 1. Januar 2015 wird mit dem Hautkrebs eine neue Berufskrankheit in die Berufskrankheitenliste aufgenommen. Darauf wies Swen M. John von der Universität Osnabrück zu Beginn der Aktionswoche „Haut & Job“ hin, die vom 3. bis 7. November stattfindet. Die häufigste Ursache für hellen Hautkrebs seien UV-Strahlungen, sagte John heute vor Journalisten in Berlin. Davon betroffen seien in erster Linie Menschen, die im Freien arbeiteten, wie Landwirte, Gärtner, Bauarbeiter, Dachdecker oder Briefträger.

Als Berufskrankheiten sollen ab dem kommenden Jahr Plattenepithelkarzinome sowie multiple oder flächig auftretende aktinische Keratosen anerkannt werden. „Beide Tumore zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland – mit steigender Tendenz“, so John. Pro Jahr erkrankten etwa 250.000 bis 400.000 Menschen neu an aktinischen Keratosen sowie über 25.000 an Plattenepithelkarzinomen.

Anzeige

„Menschen, die im Freien arbeiten, haben im Vergleich zum Durchschnittsbürger ein um 77 Prozent erhöhtes Risiko, an Stachelzellkrebs zu erkranken“, erklärte John. Bei Basaliomen sei das Risiko um 43 Prozent erhöht. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung rechne mit etwa 40.000 Fällen, in denen Hautkrebs in den nächsten fünf Jahren als Berufskrankheit gemeldet wird. Dies werde zu Mehrkosten von circa 20,5 Millionen Euro pro Jahr führen.

„Wegen der jahrzehntelangen Latenz, mit der durch Sonne ausgelöster Hautkrebs auftreten kann“, so John weiter, „sind nicht selten Rentner betroffen, für die die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland voll eintritt – das bedeutet umfangreiche medizinische und gegebenenfalls auch zusätzliche Rentenleistungen.“ Zudem gehe für betroffene Arbeitnehmer mit der neuen Berufskrankheit eine deutliche Stärkung der ambulanten und stationären dermatologischen Versorgung und Nachsorge einher.

Die bundesweite Aktionswoche ist Teil der gesamteuropäischen Initiative „Healthy Skin@Work“ unter dem Dach der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie. Ziel der Aktionswoche ist es, die Zahl der beruflich bedingten Hauterkrankungen in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken und die Vorsorge am Arbeitsplatz zu verbessern. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Dezember 2018
Chicago – US-Forscher haben ein miniaturisiertes Messgerät für UV-Licht entwickelt, das an der Kleidung, aber auch am Finger oder als Ohrring getragen werden kann und ohne eine Batterie die
Hautkrebs: Tragbarer Hautsensor gibt UV-Alarm über Smartphone
23. November 2018
Mainz – Einen neuen Mechanismus, mittels dessen sich Hautkrebszellen dem Angriff des Immunsystems entziehen können, haben Mainzer Wissenschaftler um Toszka Bohn, Steffen Rapp und Tobias Bopp entdeckt.
Wie Hautkrebszellen dem Immunsystem entkommen
10. Oktober 2018
Paris – Die französische Verbraucherschutzbehörde Anses dringt auf ein Verbot von Sonnenstudios. Die Politik müsse verhindern, dass die Bevölkerung weiter künstlichen UV-Strahlen ausgesetzt werde,
Verbot von Solarien in Frankreich gefordert
11. September 2018
Dundee – Das Immunsuppressivum Azathioprin, das zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungen sowie zur Behandlung einiger Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird, verursacht in Keratinozyten ein
Azathioprin erzeugt eigene Signatur im Hautkrebsgenom
27. August 2018
Rostock – Das derzeit bestehende Hautkrebsscreening sollte ausgeweitet werden. Das hat der Chef der Rostocker Universitätshautklinik, Steffen Emmert, angeregt. So sollten junge Menschen schon ab 18
Hautkrebsfrüherkennung ab 18 Jahren gefordert
15. August 2018
Rostock/Greifswald – Neue Therapieformen gegen das maligne Melanom erforschen Wissenschaftler unter Federführung der Hautklinik der Universitätsmedizin Rostock. Dazu sollen kalte Plasmen, die im
Neuer Ansatz in der Hautkrebsforschung
13. August 2018
Halle – Insbesondere starke UV-Belastung mit häufigen Sonnenbränden vor allem in jungen Jahren sorgen bei vielen Sachsen-Anhaltern für schwarzen Hautkrebs. 2016 seien in den Krankenhäusern des Landes
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER