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Politik

Medizintechnik: Starker Export, schwieriger Inlandsmarkt

Mittwoch, 5. November 2014

dpa

Berlin – Der Gesamtumsatz der rund 1.200 Medizintechnik-Hersteller in Deutschland könnte 2014 erstmals die Marke von 25 Milliarden Euro überschreiten. Das gab der Industrieverband Spectaris im Vorfeld der Medizintechnikmesse Medica bekannt. Das Umsatzplus der Branche lag 2013 bei rund zwei Prozent, für das laufende Jahr erwarten die Unternehmen einen Zuwachs von 1,6 Prozent.

Offenbar hat insbesondere eine Abschwächung in der zweiten Hälfte 2014 die Branche spürbar belastet. Demnach wird der Inlandsumsatz im Gesamtjahr 2014 nur um 1,3 Prozent zulegen und einen Wert von 7,96 Milliarden Euro erreichen. Für das interna­tionale Geschäft wird ein Plus von 1,8 Prozent prognostiziert. Der Auslandsumsatz läge damit bei 17,06 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich eine nahezu unveränderte Export­quote von knapp 68 Prozent. Für die Beschäftigtenzahl rechnen die Unternehmen mit einer leichten Steigerung um 1,8 Prozent auf rund 124.600 Mitarbeiter.

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Auch für das kommende Jahr sehen die Unternehmen das Inlandsgeschäft kritisch. „Aufgrund eines Investitionsstaus in den deutschen Krankenhäusern sowie niedriger Erstattungspreise stagniert das Inlandsgeschäft bereits seit Jahren. Oftmals fehlt es an Geld, aber nicht selten auch am Willen, für Neuanschaffungen, die auch den Patienten zu Gute kommen würden. Stattdessen investiert man bevorzugt in Wartung und Reparatur so lange es geht“, sagte Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris. Auch das Auslandsgeschäft werde im kommenden Jahr schwierig, erwartet der Verband.

„In den vergangenen Jahren konnten steigende Exporte nach Asien und Osteuropa das insgesamt schwache konjunkturelle Umfeld in Europa weitgehend ausgleichen. Ange­sichts einer Verlangsamung des Marktwachstums in China und eines immer schwieri­geren Russlandgeschäftes fehlen diese Impulse derzeit“, sagte Kuhlmann.

Mittel- und langfristig stünden die Zeichen für die Branche aber auf Wachstum. „Die demografische Entwicklung, ein hoher Nachholbedarf in den Schwellenländern und eine weiterhin zunehmende Bedeutung der Gesundheit bieten weltweit exzellente Chancen für die deutschen Hersteller“, hieß es aus dem Industrieverband.

© hil/aerzteblatt.de

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