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Neuer Test erkennt die Schlangenart nach einem Biss

Mittwoch, 5. November 2014

Frankfurt – Die Feldstudie zu einem DNA-Test, der nach einem Schlangenbiss rasch die Schlangenart und damit das Gift erkennt, hat der Frankfurter Wissenschaftler Ulrich Kuch jetzt auf der Jahrestagung der American Society of Tropical Medicine and Hygiene (ASTMH) in New Orleans vorgestellt.

Schlangenbisse sind für die Menschen in großen Teilen der Welt eine ernsthafte Bedrohung. Genaue Zahlen liegen nicht vor, aber Experten gehen laut Kuch von mehreren Millionen Menschen aus, die jedes Jahr von Giftschlangen gebissen werden. Hunderttausende stürben oder überlebten nur mit schweren Behinderungen. Ein zentrales Problem für die Ärzte sei, dass sie meist nicht wüssten, welche Schlangenart zugebissen habe. Diese Information sei aber entscheidend für die richtige Behandlung der Vergiftung.

Kuch – Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Public Health im Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt – berichtete auf der Tagung von einer in Nepal durchgeführten klinischen Studie zu dem von ihm entwickelten DNA-Test. Danach waren die Forscher in 100 Prozent der Fälle in der Lage, die Schlangenart anhand ihrer Gensequenz zu identifizieren, wenn sie aus der Bisswunde DNA-Spuren der Schlange entnehmen konnten. „Der DNA-Test kann dazu beitragen, die Diagnostik verbessern und damit die Chancen der Patienten erhöhen, zu überleben und sich wieder vollständig zu erholen“, so Kuch.

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François Chappuis, Direktor der Abteilung Tropenmedizin und Humanitäre Medizin am Universitätsklinikum Genf und Sanjib Sharma vom Koirala Institute of Health Sciences in Nepal leiteten die Studie in Nepal. Danach war es im Durchschnitt aus einer von vier Bisswunden möglich, Schlangen-DNA zu isolieren. Nicht möglich war es zum Beispiel dann, wenn die Patienten versucht hatten, die Bisswunde vor Aufnahme in der Klinik zu reinigen und zu desinfizieren.

Von 194 sichergestellten Schlangen-DNAs stammten 87 von einer Giftschlange. Insgesamt 21 Patienten hatten die Schlange, die sie gebissen hatte, mit in die Klinik gebracht. Damit konnte das Ergebnis für diese Proben unabhängig überprüft und festgestellt werden, dass der DNA-Test in allen diesen Fällen die korrekte Spezies identifizierte.

Die Studie zeigte auch, dass ein großer Teil der Bisse von ungiftigen Schlangen stammte. „Gerade auch in diesen Fällen könnte der Test die Gesundheitssysteme der besonders betroffenen Länder entlasten“, so die Wissenschaftler. Schlangenbissopfer würden in der Regel 24 Stunden im Krankenhaus beobachtet. Diese Beobachtung könnte entfallen, wenn Ärzte die verantwortliche Schlange definitiv als ungiftig identifizieren könnten. © hil/aerzteblatt.de

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