NewsPolitikPsychotherapeuten kritisieren Unterversorgung von Asylbewerbern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Psychotherapeuten kritisieren Unterversorgung von Asylbewerbern

Donnerstag, 6. November 2014

Ein Arzt untersucht im Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz in Berlin im letzen Jahr einen Aylsuchenden /dpa

Berlin – Flüchtlingen und Asylsuchenden sollten in Deutschland eine Krankenbe­handlung erhalten, wie sie in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung festgelegt ist. Das fordert die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK). Die Kammer kritisiert, dass Flüchtlinge und Asylsuchende in der Regel in Deutschland keine angemessene Behandlung erhielten, wenn sie psychisch erkrankten. „Flüchtlinge und Asylbewerber leiden häufig unter schweren psychischen Erkrankungen. Eine Psychotherapie wird ihnen jedoch in den meisten Fällen nicht oder erst nach langen Wartezeiten gewährt“, kritisierte der BPtK-Präsident Rainer Richter.

Grund dafür seien die bisherigen Regelungen im Asylbewerberleistungsgesetz. Das Gesetz lege zwar fest, dass Flüchtlinge einen Anspruch auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände hätten. Den für die Genehmigung einer Psychotherapie zuständigen Amtsärzte und Sachbearbeiter in den Landesbehörden fehle aber häufig die Qualifikation, um einen psychotherapeutischen Behandlungsbedarf und seine Dringlichkeit einzuschätzen.

Anzeige

Anträge auf Psychotherapie werden deshalb laut der BPtK häufig abgelehnt – nicht selten ohne inhaltliche Begründung oder mit dem Verweis auf eine vermeintlich aus­reichende psychopharmakologische Behandlung. „Wenn überhaupt, werden psychisch kranke Flüchtlingen deshalb meist ausschließlich medikamentös behandelt“, kritisierte die Kammer.

Sie fordert daher, im Asylbewerberleistungsgesetz eine bundesweit einheitliche Regelung zu schaffen, auf welche Weise qualifiziert über einen Behandlungsbedarf bei psychisch kranken Flüchtlingen zu entscheiden ist. „Diese Regelung sollte den Anforderungen an das Genehmigungsverfahren entsprechen, das in der Psychotherapie-Richtlinie und der Psychotherapie-Vereinbarung geregelt ist“, hieß es aus der BPtK.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #582750
M. Malone
am Freitag, 7. November 2014, 12:33

Nicht bezahlbar

Eine unbegrenzte Krankenbehandlung wie in der gesetzlichen für jeden Flüchtling Kran­ken­ver­siche­rung ist nicht bezahlbar!!
Städte und Gemeinden ächzen schon heute unter der Last der teilweise hoch defizitären Flüchtlingsversorgung was mit immer mehr Schulden und Leistungseinschränkungen, Gebührenerhöhungen für alle erkauft wird.
Unsere gutsituierten selbsternannten Moralapostel mit exorbitant über den Durchschnitt liegenden Gehältern(Herr Montgomery etc.) sollten endlich selbst
Selters trinken statt dies nur zu predigen - sprich eine Vermögensabgabe für Flüchtlinge bzw. ein Flüchtlingssoli.
Im übrigen gibt es für Flüchtlinge mangels Krankenkasse keine Flatrate sondern eine Einzelabrechnung für alle medizinischen Leistungen, zwar nur mit dem 1,0 bzw. 1,3 Satz aber immerhin.
Über diese Zeitbombe und die enormen Kosten sind sich die meisten gar nicht im Klaren.
Avatar #688298
Heilpraktiker_Jurisch
am Donnerstag, 6. November 2014, 22:46

sicher notwendig

ist eine schnelle und unbürokratische Hilfe aber warum sollen immer die die finanzielle Last tragen, die am wenigsten Schuld am Schicksal der Asylbewerber haben? Wenn es heißt, der Staat soll zahlen, dann heißt es doch mit anderen Worten der Steuerzahler soll zahlen, weil, der Staat nicht eine müde Mark hat!
Der Steuerzahler ist aber der, welcher seine Gewinne nicht im Ausland vor der Steuer verstecken kann, wie die Rüstungsindustrie, die Pharma etc.
Wenn ein Arzt helfen will ,dann sollte er helfen auch mal ohne auf das Geld zu schauen - Sorry aber es gibt so viele Ehrenamtliche die helfen ohne nachdem Geld zu schauen, dann könne es Ärzte, die in der Regel gut verdienen, auch tun!
LNS

Nachrichten zum Thema

21. August 2019
Rom – Nach einer rund drei Wochen langen Blockade auf dem Mittelmeer sind die 83 Migranten von dem Rettungsschiff „Open Arms“ nun doch in Italien an Land gegangen. Alle Menschen durften in der Nacht
„Open Arms“: Migranten gehen in Italien an Land
20. August 2019
Lampedusa – Die Lage auf dem spanischen Rettungsschiff „Open Arms“ ist nach wochenlangem Tauziehen um einen sicheren Hafen für die Migranten außer Kontrolle geraten. Mehr als ein Dutzend Migranten
Brisante Lage auf Rettungsschiff: Migranten springen ins Wasser
19. August 2019
Madrid – Die spanische Regierung hat dem Rettungsschiff „Open Arms“ im Ringen um eine Lösung für die 107 Migranten an Bord die Balearischen Inseln als sicheren Hafen angeboten. Das teilte die
Spanien bietet „Open Arms“ Balearen als sicheren Hafen an
16. August 2019
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat heute das berufsgruppenübergreifende Fortbildungskonzept „InterKultKom“ vorgestellt. Es soll die transkulturelle Kompetenz von Ärzten,
Fortbildungskonzept will interkulturelle Kompetenzen vermitteln
16. August 2019
Rom – Wegen „medizinischer Komplikationen“ sind nach Angaben der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms weitere Migranten von Bord ihres Rettungsschiffes gegangen. Drei Menschen bräuchten
Migranten mit medizinischen Komplikationen dürfen Rettungsschiff verlassen
16. August 2019
Los Angeles – Migrantenkinder in US-Auffanglagern haben Anspruch auf Seife und saubere Bettwäsche. Dies hat ein Berufungsgericht jetzt klargestellt. Ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco
US-Gericht: Migrantenkinder in Auffanglagern haben Anspruch auf Seife
15. August 2019
Rom – Nach Aufhebung eines Verbots des italienischen Innenministers durch ein Verwaltungsgericht in Rom ist das Rettungsschiff „Open Arms“ mit 147 Migranten an Bord in den Territorialgewässern des
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER