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Ärzteschaft

KV Thüringen befürchtet das Aus für jeden sechsten Arztsitz

Donnerstag, 6. November 2014

Weimar – Scharfe Kritik am geplanten GKV-Versorgungsstärkungsgesetz übt die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen: Sie befürchtet das Aus für 665 Arztpraxen. Die Bundesregierung wolle damit jeden sechsten Arztsitz im Freistaat streichen, kritisierte die KV-Vertreterversammlung gestern in Weimar. Darunter seien auch 80 Kinderarztsitze – das sei fast jeder zweite im Land.

Hintergrund ist die im Gesetzentwurf vorgesehene Verpflichtung für die KVen, frei­werdende Arztsitze in sogenannten überversorgten Gebieten aufzukaufen und nicht wieder zu besetzen. Als überversorgt gilt eine Region, wenn es dort mehr als 110 Prozent der Praxen gibt, welche die Bedarfsplanung vorgibt. Nach ersten Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) würde die Regelung dazu führen, dass mittelfristig rund 25.000 Praxen von Fach- und Hausärzten sowie von Psychotherapeuten wegfallen würden.

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Die KV Thüringen, die rund 4.100 Ärzte und Psychotherapeuten in Thüringen vertritt, befürchtet damit eine drastische Verschlechterung der medizinischen Versorgung im Land. Von den Streichungsplänen wären auch Augenärzte in Gera oder Suhl betroffen, wo Patienten schon heute Probleme hätten, einen Termin zu bekommen. Die politische Vorstellung, wonach durch den Wegfall von Arztsitzen in überversorgten Regionen Ärzte eher in unterversorgte Regionen gingen, sei naiv, erklärten die Delegierte der KV-Vertreterversammlung.

Die Krankenkasse Barmer GEK begrüßt dagegen das geplante Gesetz. „Die KV Thüringen betreibt hier ein wenig Panikmache“, sagte deren Sprecher Robert Büssow . Nach Angaben der Krankenkasse sind die Folgen der Neuregelung heute noch nicht absehbar. Sie würden sich zudem auf einen langen Zeitraum erstrecken und nur Praxen betreffen, die etwa aus Altersgründen aufgegeben werden sollen. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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