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Medizin

USA: Darmkrebs bei jüngeren Menschen immer häufiger

Donnerstag, 6. November 2014

Houston – In den USA ist die Zahl der Erkrankungen am Kolorektalkarzinom in der Altersgruppe über 50 Jahre, die vom Screening profitieren, rückläufig. Laut einer Analyse des Krebsregisters SEER in JAMA Surgery (2014; doi: 10.1001/jamasurg.2014.1756) zeichnet sich jedoch ein deutlicher Anstieg bei jüngeren Menschen ab.

Das Kolorektalkarzinom war bisher ein Tumor des höheren Lebensalters. Auf 100.000 Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren kommen derzeit in den USA drei Erkrankungen. In der Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen beträgt die Inzidenzrate 17 auf 100.000 Personen, bei den über 50-Jährigen sind es dagegen 300 auf 100.000 Personen. Die Programme zur Darm­krebs­früh­erken­nung setzen deshalb in den meisten Ländern im Alter von 50 Jahren ein. In den USA hat dies vermutlich zum Rückgang der jährlichen Inzidenzrate um 0,92 Prozent beigetragen, die Christina Bailey von Anderson Cancer Center in Houston für die Altersgruppe „50 Plus“ ermittelt hat.

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In den jüngeren Altersgruppen kam es dagegen zu einem Anstieg: Bei den 20 bis 34-Jährigen steigt die Inzidenz jährlich um 1,99 Prozent, bei den 35 bis 49-Jährigen nimmt die Zahl der Neuerkrankungen um 0,41 Prozent zu. Wenn die Entwicklung anhält, könnte bereits 2030 eines von zehn Kolonkarzinomen und eine von vier Krebser­krankungen im Rektum auf Menschen unter 50 Jahre entfallen. Die Inzidenz bei den über 50-Jährigen wäre dann auf 175 pro 100.000 gefallen.

Die Entwicklung erfordert mittelfristig eine Neuorientierung der Darm­krebs­früh­erken­nung, meint Kiran Turaga vom Medical College of Wisconsin in Milwaukee im Editorial. Eine allgemeine Vorsorge-Koloskopie für jüngere Menschen dürfte zu kostspielig sein. Neue Instrumente zur Risikoabschätzung, die auf neuen Stuhltests basieren, könnten nach Ansicht des Experten jedoch eine Ausweitung des Screenings ermöglichen. © rme/aerzteblatt.de

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