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Ärzteschaft

Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung steigt

Freitag, 7. November 2014

Berlin – Rund 132 Millionen Euro stehen ab 2015 zusätzlich für die Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) zur Verfügung. Das hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Sommer in den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen für das Jahr 2015 durchgesetzt. Auf die Details der neuen Vergütungsregelungen haben sich KBV und GKV-Spitzenverband jetzt geeinigt.

Danach erhalten grundversorgende Fachärzte ab Januar 2015 je PFG einen festen Zuschlag. Die Höhe des Zuschlags liegt einheitlich bei 26,7 Prozent der jeweiligen PFG. Zum Beispiel erhalten HNO-Ärzte einen Zuschlag von 0,72 Cent, ihre PFG ist mit 2,77 Euro bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär und damit stets in voller Höhe. Der Zuschlag wird automatisch bei der Abrechnung für jeden PFG-Fall durch die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt.

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Außerdem vereinbarte die KBV, dass ab 2015 auch Schwerpunktinternisten eine PFG erhalten. Sie ist in Behandlungsfällen berechnungsfähig, in denen ausschließlich die jeweilige Grundpauschale und/oder der Laborwirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32011) abgerechnet werden. „Die neuen haus- und fachärztlichen Leistungen werden extrabudgetär bezahlt“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen. Damit sei der Einstieg in feste Preise gelungen. Er kündigte an, die Grundversorgung weiter stärken zu wollen.

Fachärzte der Grundversorgung erhalten seit Oktober 2013 einen Zuschlag: Diese PFG wird einmal im Quartal für jeden Behandlungsfall gezahlt, bei dem der Arzt ausschließlich konservativ tätig ist und keine spezialisierten Leistungen durchführt. Darauf hatte sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband Ende Mai 2013 geeinigt.

Ziel der KBV ist, dass die Krankenkassen künftig Leistungen der Grundversorgung außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlen – ohne Mengen­begrenzung und zu festen Preisen. „Die Pauschale zur fachärztlichen Grundversorgung ist ein erster Schritt, um die bestehende Unterfinanzierung zu beseitigen“, hieß es aus der KBV. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 8. November 2014, 12:25

Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil

Die Gesamtzahl der innerhalb der GKV als Haus- und Fachärzte tätigen Vertragsärzte (KBV Stand 31.12.2013) beträgt:
142.660 Kolleginnen und Kollegen. Davon waren 54.134 Ärztinnen und Ärzte rein hausärztlich tätig.

Wenn die geplante Erhöhung der Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) ab dem Jahr 2015 einem Zusatzbetrag von 132 Millionen Euro entspricht, muss diese zumindest auf 88.526 Fachärzte verteilt betrachtet werden.

Pro einzelnen Facharzt bedeutet dies eine jährliche Erhöhung der PGF von durchschnittlich 1.491 Euro pro Vertragsarzt. Das sind 124,26 pro Monat Praxis-Mehrumsatz.

Wenn nur grundversorgende Fachärzte ab Januar 2015 diesen festen Zuschlag je PFG bekommen und die Höhe des Zuschlags einheitlich bei 26,7 Prozent der jeweiligen PFG liegen soll, ist dies doch nach wie vor von schwankenden Fallzahlen bzw. zunehmender Inanspruchnahme-Frequenz im Quartal bzw. im Jahr abhängig.

Am Beispiel der HNO-Ärzte, die einen Zuschlag von 0,72 Cent auf ihre bisher mit 2,77 Euro bewertete PFG bekommen, ergeben sich eine Summe von 3,49 Euro, was einem monatlichen Praxisumsatz von 1,16 Euro entspricht.

Wie KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Andreas Gassen verkünden kann, damit sei der Einstieg in feste Preise gelungen und die Grundversorgung gestärkt worden, bleibt völlig schleierhaft.

Das Statement: „Die Pauschale zur fachärztlichen Grundversorgung ist ein erster Schritt, um die bestehende Unterfinanzierung zu beseitigen“ ist substanziell nicht quantifizier- und verifizierbar. Dies schreibe ich ausdrücklich als N i c h t-Facharzt, sondern als ein vom Hausarzt-EBM-Betroffener.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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