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Politik

Sexueller Kindesmissbrauch: Schutz durch E-Learning

Dienstag, 11. November 2014

Berlin – Die Ulmer Universitätsmedizin entwickelt den Online-Kurs „Prävention von sexuellem Missbrauch“ für Ärzte, Psychotherapeuten und Pädagogen mit vertieften Modulen weiter. „Es hat sich gezeigt, dass E-Learning auch bei einem sensiblen Thema wie sexuellem Kindesmissbrauch eine geeignete Fortbildungsmethode ist – 96 Prozent der Teilnehmer waren zufrieden bis sehr zufrieden mit dem Kurs“, sagte Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm.

Rund 2.000 Teilnehmer, davon knapp die Hälfte Angehörige der Heilberufe, haben den Online-Kurs erfolgreich absolviert. Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg zertifiziert die Teilnahme mit 80 CME-Punkten. Rund 1.600 stehen bereits auf der Warteliste für den nächsten Kurs.

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„Prävention von sexuellem Missbrauch kann nur gelingen, wenn Kinder von gut ausgebildeten Fachkräften umgeben sind, die die Signale der betroffenen Kinder erkennen und sensibel reagieren“, betonte der Missbrauchsbeauftragte der Bundes­regierung Johannes-Wilhelm Rörig. Das Thema werde aber in der Aus- und Fortbildung nicht ausreichend behandelt. Oftmals fehle es auch an spezialisierten Beratungsstellen vor Ort, die Hilfe und Fortbildung leisten könnten, „Das E-Learning-Programm bietet hier wichtige und sinnvolle Ergänzungen“, so Rörig.

Die Entwicklung des Kurses wurde im Rahmen eines Modellprojekts vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung gefördert, das auch die ergänzende Qualifikation ECQAT (Entwicklung eines vertiefenden E-Learning-Curriculums zur ergänzenden Qualifikation im Traumapädagogik, Traumatherapie, Gefährdungsanalyse und zu Schutzkonzepten in Institutionen) unterstützt. © pb/aerzteblatt.de

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