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Medizin

Osteoporose bei Männern oft übersehen

Dienstag, 11. November 2014

Boston – Osteoporose wird bei Männern in den USA offenbar häufig erst sehr spät erkannt – zu spät, meint die Arbeitsgruppe um Tamara Rozental vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Sie veröffentlichten die Ergebnisse ihrer entsprechenden Studie in The Journal of Bone and Joint Surgery (http://dx.doi.org/10.2106/JBJS.N.00792).

Von Osteoporose sind häufig postmenopausale Frauen betroffen, die durch den Östrogenmangel an einem Schwund der Knochensubstanz leiden. Doch auch Männer können mit steigendem Alter Osteoporose entwickeln.

Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes gaben im Jahr 2010 4,4 Prozent aller Männer und 17,2 Prozent aller Frauen über 50 Jahren an, an einer Osteoporose zu leiden. Durch eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung kann der Knochenabbau verlangsamt und die Folgen der Osteoporose abgemildert oder sogar verhindert werden. Distale Radiusfrakturen können ein frühes Zeichen einer Osteoporose sein und Jahre vor weiteren schweren Frakturen auftreten.

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Die Arbeitsgruppe untersuchte Fälle von Patienten, die zwischen 2007 und 2012 aufgrund einer distalen Radiusfraktur am Beth Israel Deaconess Medical Center behandelt wurden. Die Forscher stellten fest, dass dies bei 53 Prozent der Frauen, jedoch nur bei 18 Prozent der Männer der Fall war. Unter den gescreenten Patienten wurde bei mehr als der Hälfte der Männer und etwa einem Drittel der Frauen eine Osteoporose diagnostiziert. Das männliche Geschlecht war ein signifikanter Prädiktor dafür, keine Knochendichtemessung zu erhalten und so möglicherweise Fälle von beginnender Osteoporose zu übersehen (p < 0.001).

Die Wissenschaftler machen im Rahmen ihrer Studie darauf aufmerksam, dass von Osteoporose nicht nur Frauen betroffen sind. Besonders bedeutsam sei, dass die Mortalitätsrate von Männern bei Schenkelhalsfrakturen deutlich höher sei als die von Frauen. Daher sei die rechtzeitige Diagnose einer Osteoporose auch bei Männern besonders wichtig, meinen die Forscher.

© hil/aerzteblatt.de

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