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Krankenhausverbünde laut Studie langfristig effizienter

Dienstag, 11. November 2014

dpa

Hamburg – Krankenhausverbünde arbeiten dauerhaft wirtschaftlicher als Einzelkliniken. Das berichten Wissenschaftler des Hamburg Center for Health Economics (HCHE). Sie hatten über 800 Krankenhäuser über einen Zeitraum von bis zu elf Jahren betrachtet. „Dass Krankenhäuser nach einem Zusammenschluss sowohl im administrativen Bereich als auch durch gemeinsame Support-Abteilungen wie Apotheken Kosten einsparen können, ist nicht überraschend“, sagte Vera Antonia Büchner, Wissenschaftlerin am HCHE.

Die Gesundheitsökonomen wollten in ihrer Studie jedoch herausfinden, ob derartige Einsparungen nur eine Übergangserscheinung sind oder der Eintritt in einen Verbund langfristig positive Auswirkungen auf Effizienz und Profitabilität hat.

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Transaktionsphasen führen laut den Wissenschaftlern zunächst einmal zu Effizienz­ein­bußen, zum Beispiel durch die gestiegene Komplexität, durch Umstrukturierungen und Investitionen in neue Infrastruktur. Zudem bedeutet der Verbundeintritt auch den Verlust von Autonomie und Kontrolle. Gestiegene Kommunikationskosten und längere Entschei­dungswege führten ebenfalls zu kurzfristigen Effizienzdefiziten. „Insgesamt betrachtet sind dadurch zunächst die Effizienzzuwächse kleiner, sie sind aber immer positiv. Wirk­liche Verluste werden nicht erzielt“, berichtet Büchner.

Gleichzeitig könnten Verbünde bessere Einkaufspreise beziehungsweise Mengenrabatte erzielen und so ihre Kosten reduzieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Krankenhäuser nach einem Verbundeintritt bis zu 3,4 Prozent effizienter arbeiten als Krankenhäuser, die zu keinem Verbund gehören – und dies über Jahre hinweg. „Somit ist nicht von einem vorübergehenden Effekt, sondern von einem permanenten Einfluss auf die Effizienz auszugehen“, erläutert Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE.

Der Eintritt in einen Verbund ist laut der Studie also für Krankenhäuser auf jeden Fall eine geeignete Maßnahme, um die Effizienz zu steigern. Aber allein aus finanziellen Überlegungen heraus sollte ein Verbundeintritt nicht erfolgen, wie die Ergebnisse zur Profitabilität zeigen. Die betrachteten Finanzkennzahlen stellten sich nämlich nur im ersten Jahr im Vergleich zu der Gruppe der Einzelkrankenhäuser positiver da, nicht aber in den Folgejahren. „Daher müssen wir derzeit davon ausgehen, dass der finanzielle Effekt eher vorübergehend ist“, so Schreyögg.

© hil/aerzteblatt.de

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