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Politik

Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser bleibt kritisch

Mittwoch, 12. November 2014

Köln – Im Jahr 2013 haben 42 Prozent der deutschen Krankenhäuser einen Verlust hinnehmen müssen. Das sind neun Prozent weniger als im Vorjahr (2012: 51 Prozent mit Verlust). Der Anteil der Krankenhäuser mit einem Jahresüberschuss erhöhte sich im gleichen Zeit­raum leicht von 43 auf 46 Prozent. Das sind Ergebnisse des aktuellen Krankenhaus Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI).

Von 2012 auf 2013 hat sich demnach vor allem bei den kleineren Krankenhäusern mit weniger als 300 Betten die Situation leicht verbessert: Lag hier der Anteil der Häuser mit einem Jahresfehlbetrag 2012 noch bei 57 Prozent, reduzierte sich der Anteil 2013 auf „nur noch“ 44 Prozent.

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„Trotz einer leichten Entspannung war die wirtschaftliche Situation der deutschen Kranken­häuser im Jahr 2013 unverändert sehr kritisch“, schlussfolgert das DKI.

Auch die Prognose der Krankenhäuser für das laufende Jahr ist negativ, wie die jährlich in den Krankenhäusern durchgeführte Repräsentativbefragung zeigt: 2014 erwarten 43 Prozent der Krankenhäuser eine eher unbefriedigende wirtschaftliche Lage.

Für das Jahr 2015 fallen die wirtschaftlichen Erwartungen der Krankenhäuser gleichfalls pessimistisch aus. Nur 22 Prozent erwarten eine Verbesserung, 39 Prozent der Ein­richtungen rechnen dagegen mit einer weiteren Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage.

Besonders schwierig ist die Situation dem Krankenhaus Barometer zufolge im Bereich der Geburtshilfe. Knapp 60 Prozent der geburtshilflichen Abteilungen arbeitet nicht kostendeckend, in ländlichen Regionen sind dies sogar 75 Prozent. Jeweils gut ein Fünftel kämpft mit Stellenbesetzungsproblemen bei Ärzten und Hebammen. Bei den Krankenhäusern wachse die Unsicherheit, künftig noch eine eigene Geburtshilfe-Abteilung betreiben zu können, berichten die Studienautoren.

„Dass die Lage der Krankenhäuser trotz Finanzierungshilfen der Bundesregierung sehr angespannt ist, unterstreicht, dass die Regelfinanzierungsmechanismen für Betriebs- und Investitionskosten nicht in Ordnung sind“, bewertete Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), die Ergebnisse des Krankenhaus Barometers. In beiden Bereichen müsse die von der Politik geplante Krankenhausreform deutliche Verbesserungen bringen, sagte er heute zur Eröffnung des 37. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf.

Der DKG-Hauptgeschäftsführer wies darauf hin, dass Bund und Länder den Bedarf der Krankenhäuser an Investitionsmitteln in Höhe von 6 Milliarden Euro jährlich inzwischen anerkannt hätten. „Die Krankenhäuser brauchen beides: Ausreichende Investitionsmittel und die Refinanzierung der Personalkosten, um Qualität und Sicherheit der stationären Patientenversorgung weiterentwickeln zu können“, betonte Baum.

Die Ergebnisse des Krankenhaus Barometers 2014 beruhen auf der schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von zugelassenen Allgemeinkranken­häusern ab 50 Betten in Deutschland. Die Befragung wurde von April bis Juni 2014 durchgeführt worden. Beteiligt haben sich insgesamt 284 Krankenhäuser. © JF/aerzteblatt.de

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