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Politik

Studie erwartet deutlichen Anstieg der Arzneimittelausgaben in der Onkologie

Mittwoch, 12. November 2014

Hamburg – Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Krebsmedikamente werden bis 2016 voraussichtlich um rund 17 Prozent auf dann 3,25 Milliarden Euro steigen. Die größten Kosten wird die medikamentöse Behandlung von Brustkrebs mit 1,163 Milliarden Euro verursachen, gefolgt von Darmkrebs mit 458 Millionen Euro, schwarzem Hautkrebs mit 343 Millionen Euro und nichtkleinzelligem Lungenkrebs mit 342 Millionen Euro.

Das berichten die Techniker Krankenkasse (TK) und das Hamburger Center for Health Economics. Einer entsprechenden Studie der Krankenkasse und des Instituts liegen Angaben des Pharmadienstleisters imsHealth zugrunde. Danach werden bis 2016 voraussichtlich 26 neue Krebsmedikamente auf dem deutschen Markt verfügbar sein, die mit jährlichen Kosten von 526 Millionen Euro ins Gewicht fallen. „Dass die Pharma­industrie in diesem Bereich viele neue Medikamente auf den Markt bringen wird, ist sehr erfreulich. Als Kasse müssen wir jedoch auch ein Gegengewicht zur Pharmaindustrie bilden, deren Geschäftsziel es ist, ihre Gewinne zu maximieren“, sagte Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK.

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Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Krebsmedikamente lagen 2012 bei über 2,7 Milliarden Euro, was etwa 9,5 Prozent der Gesamtausgaben für Arzneimittel entspricht.

Karenzzeiten der freien Preisgestaltung abschaffen
Laut Baas machen die Ausgabensteigerungen es notwendig, zu überlegen, wo sich Kosten einsparen lassen. So fordert die TK Veränderungen bei der sogenannten frühen Nutzenbewertung. Seit 2011 dürfen Pharmaunternehmen nur für Präparate einen höheren Preis verlangen, wenn diese einen Zusatznutzen haben. Diesen Preis handeln der GKV-Spitzenverband und das pharmazeutische Unternehmer aus.

Im ersten Jahr kann der Preis jedoch weiterhin vom Unternehmen festgelegt werden, unabhängig vom später tatsächlich festgestellten Zusatznutzen. „Unter Qualitätsaspekten ergeben die Karenzzeiten der freien Preisgestaltung keinen Sinn. Entweder hat ein neues Medikament einen Zusatznutzen oder nicht“, so Baas. Wenn ein Preis verhandelt wurde, sei es „nur logisch“, dass dieser rückwirkend ab der Markteinführung gelte, so der TK-Chef.

Ausgehandelten Preis geheim halten
Eine weitere Möglichkeit, Kosten zu sparen, ist laut der TK, den ausgehandelten Preis geheim zu halten. Nach wie vor gelte Deutschland als Referenzpreisland. Die pharma­zeutische Industrie fürchte daher eine international abwärts gerichtete Preisspirale, sollten die öffentlich zugänglichen Erstattungsbeträge in Deutschland zu niedrig sein. „Geheime Rabatte könnten der Industrie mehr Spielraum und der GKV folglich größere Einsparungen einräumen“, schlägt die TK vor.

© hil/aerzteblatt.de

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