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Politik

Fehlen eines Nationalen Diabetesplans ist Armutszeugnis für die Politik

Mittwoch, 12. November 2014

Täglich mindestens eine Stunde Bewegung fordern Diabetesverbände dpa

Berlin – 18 von 28 Ländern in Europa haben einen sogenannten nationalen Diabetes­plan entwickelt, um koordiniert gegen eine der größten Volkskrankheiten vorzugehen. „Deutschland hat ihn immer noch nicht. Angesichts der stetig steigenden Zahlen von Diabetesfällen ist dies ein Armutszeugnis“, schreiben Thomas Danne Vorstands­vorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe, und Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft, im Vorwort des neuen „Deutschen Gesundheits­berichtes Diabetes 2015“.

Der jährliche Bericht bietet die neuesten Zahlen und Entwicklungen zur Erkrankung Diabetes mellitus in Deutschland und wurde in Zusammenarbeit mit Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe (VDBD) erstellt. Herausgeber ist diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

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Laut dem Bericht sind im Augenblick mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt. Wegen einer hohen Dunkelziffer gehen einige Statistiken sogar von rund 7,6 Millionen Betroffenen aus. Deutschland gehört damit weltweit zu den zehn Ländern mit den meisten Zuckerkranken. Ein schlecht eingestellter Blutzucker führt hierzulande in jedem Jahr zu 40.000 Amputationen und 2.000 Neuerblindungen, außerdem zwingt er weitere 2.300 Menschen mit Diabetes zu einem Leben mit der Dialyse.

Die Diabetes Gesellschaften schließen sich laut dem Bericht den Forderungen der Deutschen Allianz gegen Nichtübertragbare Krankheiten an. Diese lauten:

  • Täglich mindestens eine Stunde Bewegung (Sport) in Schule und Kindergarten.
  • Adipogene Lebensmittel besteuern und gesunde Lebensmittel entlasten (Zucker-Fett-Steuer).
  • Verbindliche Qualitätsstandards für die Kindergarten- und Schulverpflegung.
  • Verbot von an Kinder und Jugendliche gerichtete Lebensmittelwerbung.
  • „Sollte sich die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern dazu entschließen, diese Maßnahmen umzusetzen, ließen sich die Typ-2-Diabetes-Epidemie und andere chronische Krankheiten deutlich verringern“, heißt es in dem Diabetesbericht.
© hil/aerzteblatt.de
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