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Klinische Tests von Ebola-Medikamenten beginnen im Dezember in Westafrika

Donnerstag, 13. November 2014

Genf – Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) will im nächsten Monat in Westafrika mit klinischen Tests von drei möglichen Medikamenten gegen Ebola beginnen. Die ab Dezember in Guinea beginnenden Tests „geben den Patienten Hoffnung, dass sie endlich eine echte Therapie gegen eine Krankheit bekommen, die derzeit noch zwischen 50 und 80 Prozent der Infizierten tötet”, erklärte MSF-Koordinatorin Annick Antierens am Donnerstag in Genf.

Nach Angaben von MSF soll in Guineas Hauptstadt Conakry eine Therapie getestet werden, bei der Ebola-Erkrankte mit dem Blut genesener Patienten behandelt werden. In Guéckédou im Süden des Landes soll das Grippemittel Favipiravir an Ebola-Patienten erprobt werden. Brincidofovir, ein weiterer viraler Wirkstoff, soll in der liberianischen Hauptstadt Monrovia getestet werden, doch wartet MSF nach eigenen Angaben noch auf grünes Licht der dortigen Behörden.

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Ärzte ohne Grenzen wird bei der Erprobung der Mittel in den Ebola-Ländern Liberia und Guinea sowie auch Sierra Leone mit drei Forschungsinstituten in Oxford, Paris und Antwerpen zusammenarbeiten. Die antiviralen Mittel stehen auf einer Liste der Welt­gesund­heits­organisation WHO, die deren klinische Erprobung unterstützt. Laut WHO haben sich bereits mehr als 14.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 5100 von ihnen starben. Derzeit gibt es weder eine Impfung noch eine Therapie gegen das Ebola-Virus.

Erste Ergebnisse im Februar 2015 erwartet
Als erfolgreich gelten die in Westafrika geplanten Tests laut Ärzte ohne Grenzen, wenn ein Patient zwei Wochen nach Ausbruch der Krankheit noch lebt. Alle Testpersonen müssen demnach über Chancen und Risiken aufgeklärt werden und ihr Einverständnis geben. Ihre ansonsten übliche Behandlung soll weitestgehend fortgesetzt werden. Die Organisation rechnet für kommenden Februar mit ersten Ergebnissen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass es keine Garantie für die Wirksamkeit der drei Mittel gibt”, mahnte Antierens.

In Liberia, wo die Zahl der Neu-Ansteckungen seit einiger Zeit zurückgeht, beendete Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf den vor drei Monaten verhängten landesweiten Notstand. Sie habe das Parlament darüber informiert, dass sie keine Verlängerung beantragen werde, sagte sie dem staatlichen Radiosender ELBC.

Weitere DRK- und Bundeswehrhelfer starten zum Ebola-Einsatz
Das Deutsche Rote Kreuz und die Bundeswehr schicken am Freitag weitere Helfer zum Einsatz gegen Ebola nach Liberia. Am Donnerstag verabschiedete der Sonderbeauf­tragte der Bundesregierung, Botschafter Walter Lindner, vier DRK-Freiwillige und fünf Bundeswehrsoldaten in Berlin. 14 DRK-Helfer und vier Bundeswehrangehörige sind bereits in der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Mitte November wird das DRK dort mit Unterstützung der Bundeswehr ein von der WHO fertiggestelltes Behandlungszentrum übernehmen. Es soll sukzessive auf 100 Betten aufgestockt und ein Jahr lang betrieben werden.

„Da wir auf einen Patienten drei Helfer benötigen, suchen wir immer noch medizinisches Personal”, sagte eine DRK-Sprecherin. Bis Dienstag hatten sich 938 Freiwillige als medizinische Helfer beim DRK beworben; 422 davon sind voraussichtlich geeignet. Bislang haben 60 Freiwillige das mehrwöchige Vorbereitungstraining durchlaufen. Ein zweites Behandlungszentrum mit bis zu 100 Betten, an dem das DRK beteiligt ist, entsteht zur Zeit in Kenema in Sierra Leone. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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