NewsVermischtesZentrum für Luft und Raumfahrt entwickelt Robotersystem für die Chirurgie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Zentrum für Luft und Raumfahrt entwickelt Robotersystem für die Chirurgie

Freitag, 14. November 2014

MiroSurge

Düsseldorf – Das Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) hat auf der Medizintechnikmesse Medica ein Robotersystem für die minimalinvasive Chirurgie vorgestellt, das derzeit als Laborprototyp im Rahmen von außerklinischen Forschungen erprobt wird.

Das Telechirurgiesystem „MiroSurge“ setzt sich aus mehreren Roboterarmen, einer Bedienkonsole, die mit einem 3-D-Display ausgestattet ist, und zwei haptischen Eingabe­geräten zusammen, berichtete  Bernhard Kübler vom Institut für Robotik und Mecha­tronik, Weßling. Basiskomponente des Systems ist der Roboterarm „Miro“, ein etwa 10 kg schweres, kinematisch redundantes, vollständig drehmomentgeregeltes Werkzeug.

Anzeige

Mit dem System lassen sich komplexe chirurgische Eingriffe ohne große Schnitte in der Körperoberfläche durchführen, es vereinfacht die „Handwerklichkeit“ etwa bei einer Operation unter der Bauchdecke, indem seitenverkehrte Abläufe, die Bewegungs­umkehrung bei minimalinvasiven Eingriffen, vom Roboter übernommen werden, erläuterte Kübler.

Der Chirurg kann beispielsweise mittels der Eingabegeräte die Miro-Arme steuern, wobei ein Roboterarm mit einer Stereo-HD-Kamera ausgerüstet ist, die Videobilder aus dem Körperinneren des Patienten überträgt, während zwei Roboterarme mit Instrumenten für beidhändige Manipulationen im Operationsfeld genutzt werden können. Anders als bei herkömmlichen Robotersystemen ist dabei die Konsole, an der der Operateur arbeitet, vom Operationstisch nicht räumlich getrennt.

Die vom DLR gemeinsam mit Chirurgen speziell entwickelten Instrumente sind elektro­motorisch angetrieben und tragen Sensoren in der Instrumentenspitze, mit denen Interaktionskräfte und -momente mit dem Gewebe im Operationsfeld gemessen werden. Darüber hinaus bieten die Instrumente zwei zusätzliche Bewegungsfreiheitsgrade an deren distalen Ende. Dies ermöglicht ein hohes Maß an Beweglichkeit im Patienten­körper und unterstützt den Chirurgen durch Kraftrückkoppelung mittels der Sensoren.

Derzeitige Forschungen am Institut befassen sich unter anderem mit der robotischen Wasserstrahlchirurgie, mit der selektiv Gewebe abgetragen werden kann, und mit der intraoperativen  ultraschallgestützten Gefäßdetektion. Künftig  könnten Kübler zufolge zum Beispiel Cholezystektomien und Prostatektomien mit dem System durchgeführt werden. © KBr/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2020
Amsterdam – Der Medizintechnikkonzern Philips hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Dabei profitierte der Konkurrent von Siemens Healthineers von einer großen Nachfrage nach
Philips profitiert von großer Nachfrage nach Beatmungsgeräten
13. Oktober 2020
Venlo – Das Biotechnologieunternehmen Qiagen profitiert weiter von seinen Produkten für Coronatests. Die Erlöse stiegen im dritten Quartal sowohl nominal als auch wechselkursbereinigt im Vergleich zum
Coronatests steigern Umsatz von Qiagen
1. Oktober 2020
Berlin – Eine „Digitale Bestandsplattform Versorgungskritischer Medizinprodukte“ zur Vermeidung von Lieferengpässen bei Krisensituationen hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed)
BVMed schlägt Bestandsplattform für versorgungskritische Medizinprodukte vor
11. September 2020
Berlin – Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung innovativer Medizintechnik tätigt das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die aktuelle
Forschungsministerium will innovative Medizinprodukte fördern
3. September 2020
Erlangen – Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat sich am Kapitalmarkt knapp drei Milliarden Euro für die Varian-Übernahme besorgt. Die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebenen neuen
Siemens Healthineers sammelt Milliarden für Übernahme ein
31. August 2020
Amsterdam – Eine Teilstornierung eines Großauftrags der USA für Beatmungsgeräte verschlechtert die Gewinnaussichten des Medizintechnikkonzerns Philips für dieses Jahr. Von den im April durch die
Philips senkt Gewinnausblick
13. August 2020
Lübeck – Die Coronapandemie hat dem Medizintechnikhersteller Drägerwerk im erste Halbjahr ein deutliches Umsatzwachstum beschert. Grund sei die hohe Nachfrage nach Beatmungsgeräten und Schutzmasken
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER