Hochschulen

Prävention als Schlüssel im Kampf gegen Diabetes

Freitag, 14. November 2014

Berlin/Hamburg – Sechs Millionen Deutsche leiden bundesweit unter Diabetes, ein Drittel mehr als noch vor 15 Jahren. Hauptgrund für den dramatischen Anstieg ist die zuneh­mende Fettleibigkeit in der Bevölkerung. Anlässlich des heutigen Weltdiabetestages haben Experten deshalb erneut auf die Bedeutung von Prävention, Früherkennung und Selbstdisziplin im Kampf hingewiesen.

„Diabetes ist eine Herausforderung sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesund­heitspolitik“, erklärte Ingrid Fischbach (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Prävention und Früherkennung seien wichtige Säulen, um die Krankheit einzudämmen. Aus diesem Grund werde das Kabinett im kommenden Monat das Präventionsgesetz beschließen. Dies zielt darauf ab, den Verlauf lebensstilbedingter, chronischer Erkrankungen durch einen krankheits­übergreifenden Ansatz positiv zu beeinflussen.

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Psychische Belastung nicht unterschätzen
Auch die psychische Belastung durch die Krankheit darf Experten zufolge nicht unterschätzt werden. So treten Depressionen bei Diabetespatienten laut Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) doppelt so häufig auf wie in der Allgemein­bevölkerung, die Anzahl der Angststörungen liegt um rund  zwanzig Prozent höher. Die Folge sei häufig ein Teufelskreis. Denn Angst und Depression haben zur Folge, dass sich die Blutzuckereinstellung verschlechtert oder das Gewichtsproblem verschärft.

Neue psychotherapeutische Lösungswege sollen dazu beitragen, die Selbstbe­hand­lungs­motivation zu stärken. So hilft die Schema-Therapie beispielsweise bei der Identifizierung und Beseitigung negativer Selbstwertgefühle, während die Acceptance-and-Commitment-Therapie darauf abzielt, psychische wie körperliche Schmerzen ins Leben zu integrieren.

„Oft ist die Krankheit kein Schicksal“, betonte Thomas Heilmann vom Versorgungs­management der Techniker Krankenkasse (TK) Typ-2-Diabetes, von dem 90 Prozent der Diabetiker betroffen seien, lasse sich gut mit Bewegung und gesunder Ernährung bekämpfen. Und auch bei Typ-1-Diabetes steigere Sport die Fitness und die allgemeine Gesundheit. © hil/aerzteblatt.de

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