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Politik

NRW-Kliniken klagen weiter gegen AOK-Kranken­hausnavigator

Dienstag, 18. November 2014

Düsseldorf – Die Kreiskliniken Gummersbach-Waldbröl und das St. Antonius Hospital Eschweiler wehren sich weiter gegen den AOK-Krankenhausnavigator. Im Rechtsstreit mit dem AOK-Bundesverband werden sie jetzt ein sogenanntes Hauptsacheverfahren beantragen, um die Kassen daran zu hindern, sogenannte QSR-Daten (Qualitäts­sicherung aus Routinedaten) zu veröffentlichen. Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen unterstützt dieses Musterverfahren.

„Die Bewertungen sind irreführend und haben deutliche methodische Mängel“, hatte ein Sprecher der Krankenhausgesellschaft gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt erklärt. Joachim Finklenburg, Hauptgeschäftsführer der Kliniken Oberberg, zu dem die Kreis­kliniken Gummersbach-Waldbröl gehören, erklärte gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk, es sei auffällig, dass kleine Krankenhäuser bei den AOK-Bewertungen in der Regel schlechter abschnitten als große.

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Patienten, die den AOK-Klinik-Kompass nutzten, würden für ihre Behandlung also eher ein großes Haus wählen. „Ich vermute, die AOK möchte Patientenströme umlenken in für sie genehme Krankenhäuser. Sie möchte wirtschaftliche Vorteile verhandeln, die aber nicht berechtigt sind. Ich glaube, das ist das große Problem, dass es nicht um Qualität geht“, so Finklenburg gegenüber dem WDR.

„Externe Experten haben uns diese Zweifel in zwei Gutachten aus methodisch-fachlicher und aus rechtlicher Sicht bestätigt“, erklärte Matthias Blum, Geschäftsführer der Kranken­haus­gesellschaft Nordrhein-Westfalen. Er betonte, die Kliniken sprächen sich klar für einen Qualitätswettbewerb aus, „wenn dieser von unabhängiger Seite auf methodisch sauberer Grundlage und mit transparenten und fairen Spielregeln stattfindet“. Sie setzten dafür auf das auf Bundesebene geplante neutrale Qualitätsinstitut „IQTiG“ – Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen. „Wir brauchen endlich mehr Qualität der Qualitätskriterien“, so das Fazit der Krankenhausgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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