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KBV: Neue Bedarfsplanung bildet Versorgungssituation besser ab

Dienstag, 18. November 2014

Berlin – Die Zahl der Planungsbereiche mit einer festgestellten beziehungsweise drohenden Unterversorgung im hausärztlichen Bereich hat sich seit 2012 mehr als verdoppelt. Das erklärte Bernhard Gibis von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) auf dem Symposium „Aktuelle Probleme der Bedarfsplanung“ der Deutschen Gesellschaft für Kassenarztrecht am vergangenen Donnerstag in Berlin. Gab es in der Allgemeinmedizin im Jahr 2012 noch 28 Planungsbereiche mit einer festgestellten oder drohenden Unterversorgung, gibt es 2014 bereits fünf Bereiche, in denen eine Unterversorgung existiert, und 48 Bereiche, in denen eine Unterversorgung droht.

Problematisch sei die Situation vor allem in ostdeutschen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), sagte Gibis. So droht in Sachsen-Anhalt in 15 Bereichen eine Unterversorgung, in einem Bereich existiert sie bereits. In Brandenburg droht eine Unterversorgung in 14 Bereichen, in Sachsen in zehn und in Mecklenburg-Vorpommern in neun Bereichen. Ende des Jahres 2012 hatte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) eine neue Bedarfsplanungs-Richtlinie vorgelegt, mit der ein genauerer Blick auf die ärztliche Versorgung möglich werden sollte. Das habe funktioniert, sagte Gibis jetzt. „Mit der neuen Bedarfsplanung wissen wir, wo die Hausärzte fehlen. Die Versorgungssituation ist besser abbildbar.“

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Mit der neuen Bedarfsplanungs-Richtlinie wurden die einzelnen Facharztgruppen vier Ebenen zugeordnet: der hausärztlichen Versorgung, der allgemeinen fachärztlichen Versorgung, der spezialisierten fachärztlichen Versorgung und der gesonderten fachärztlichen Versorgung. Je spezialisierter die Fachgruppe, desto größer wurde der Planungsbereich. Zudem werden seither alle Facharztgruppen in die Bedarfsplanung einbezogen. Auf Landesebene kann jedoch von den Vorgaben der Richtlinie abgewichen werden.

„Die Abweichungsmöglichkeiten werden bislang sehr zurückhaltend genutzt“, erklärte Gibis. Von der Raumabgrenzung seien zum Beispiel die KVen Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein abgewichen, und die Zuordnung zu Versorgungsebenen hätten die KVen Brandenburg und Sachsen geändert. Die KVen Hessen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hätten bislang die Verhältniszahlen angepasst, und die KVen Nordrhein, Sachsen und Sachsen-Anhalt hätten eine Sperrung von Planungsbereichen ab 100 Prozent vorgenommen.

Die Zulassungsausschüsse können zudem bei sogenannten Sonderbedarfen auch Zulassungen in eigentlich gesperrten Planungsbezirken erlauben. Davon hätten die Ausschüsse bei nahezu allen Fachgruppen Gebrauch gemacht, erklärte Gibis. © fos/aerzteblatt.de

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