NewsMedizinTNF-Inhibitoren: Aderhautmelanom durch Rheumamittel
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

TNF-Inhibitoren: Aderhautmelanom durch Rheumamittel

Mittwoch, 19. November 2014

Rochester – Zu den diskutierten Komplikationen einer Therapie mit TNF-Blockern gehört die Induktion von Melanomen. US-Mediziner beschreiben in den Mayo Clinic Proceedings (2014; 89: 1481-1486) erstmals drei Patienten, bei denen der maligne Tumor im Auge auftrat.

Unter der Therapie mit Medikamenten, die die Wirkung des Tumornekrosefaktors (TNF) blockieren, kann es vermehrt zur Bildung von Hauttumoren kommen. Auch über das Auftreten von Melanomen wurde berichtet, weshalb den Patienten zu regelmäßigen Inspektionen geraten wird.

Anzeige

Nicht alle Melanome entwickeln sich jedoch auf der Haut. Auch die Aderhaut des Auges enthält Melanozyten, die Ausgangspunkt einer malignen Transformation werden können. An der Mayo Clinic in Rochester und der Yale Universität in New Haven sind innerhalb von vier Jahren drei Fälle aufgetreten, die das Team um Jose Pulido von der Mayo Clinic jetzt näher analysiert hat.

Bei allen drei Patienten entwickelte sich das Aderhautmelanom innerhalb von zwei Jahren nach Beginn der Therapie mit einem TNF-Inhibitor (Infliximab, Etanercept und Adalimumab). Einer der drei Patienten war wegen einer Skleritis in regelmäßiger augenärztlicher Behandlung, als 16 Monate nach dem Beginn der Therapie eine rasche Raumforderung beobachtet wurde, die sich nach der Enukleation des Auges als Melanom herausstellte.

Bei den anderen beiden Patienten entwickelte sich das Melanom vermutlich aus einem Naevus der Aderhaut. Obwohl Aderhautmelanome selten sein dürften, rät Pulido zu einer vorsorglichen augenärztlichen Untersuchung, um die Patienten im Fall eines Naevus regelmäßig zu kontrollieren. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. März 2019
Amsterdam – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft, ob vor Beginn einer Therapie mit Fluorouracil und verwandten Wirkstoffen ein genetischer Screeningtest vorgeschrieben werden soll, der auf
EMA untersucht nach Todesfällen Sicherheit von Fluorouracil
5. März 2019
Singapur – Bestandteile von zerfallenden Darmbakterien werden offenbar vom Darm resorbiert und sind dann im Blut mit einem Antikörper nachweisbar, der in tierexperimentellen Studien in Nature
Antikörper gegen Darmbakterien könnte Autoimmunerkrankungen abschwächen
28. Februar 2019
Berlin – Entzündlich rheumatische Erkrankungen greifen nicht nur die Gelenke an. Zu den wenig bekannten Folgen gehören Schäden am Innenohr. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie
Rheuma greift auch das Gehör an
27. Februar 2019
Silver Spring/Maryland – In einer Post-Marketing-Studie, die die US-Arzneimittelbehörde FDA dem Hersteller des Januskinase-(JAK-)Hemmers Tofacitinib auferlegt hat, ist es zu einer erhöhten Zahl von
Lungenembolien unter hoher Dosis von Tofacitinib veranlassen FDA-Warnung
25. Februar 2019
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Xanthinoxidasehemmer Febuxostat zu einem Mittel der zweiten Wahl herabgestuft. Patienten sollten nur dann mit Febuxostat behandelt
Febuxostat erhöht Sterberisiko: FDA warnt vor Gichtmittel
21. Februar 2019
San Diego – Patienten, die mit Protonenpumpenhemmern (PPI) behandelt wurden, hatten in einer Analyse der Datenbank FAERS, in der die US-Arzneimittelbehörde FDA Meldungen zu unerwünschten
PPI: Studie findet Hinweise auf Nierenschädigungen und Elektrolytstörungen
21. Februar 2019
Mannheim – Eine aktualisierte sogenannte FORTA-Liste hat das Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vorgestellt. Es basiert auf dem Konzept
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER