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Medizin

Sternzellen verleihen Leber Regenerations­fähigkeit

Mittwoch, 19. November 2014

Düsseldorf – Die Leber verdankt ihre Fähigkeit zur Regeneration der Kupffer'schen Sternzelle. Dies zeigen neue tierexperimentelle Studien im Journal of Clinical Investigation (2014; doi: 10.1172/JCI74119), nach denen das Wirken der Zelle nicht auf die Leber beschränkt ist.

Die 1876 von Karl Wilhelm von Kupffer in den Lebergefäßen entdeckten Sternzellen sind Teil des Immunsystems, deren Rolle bisher eher negativ bewertet wurde. So steht ihre Aktivierung mit frühen alkoholinduzierten Leberschäden in Verbindung. Die jetzt von einer Arbeitsgruppe um Dieter Häussinger, Universitätsklinikum Düsseldorf, vorgestellten Transplantationsexperimente zeigten dagegen, dass die Sternzellen in Empfängertieren mit geschädigter Leber wesentlich an der Wiederherstellung des Lebergewebes über eine Bildung verschiedener Zelltypen mitwirken können.

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Die Sternzellen wurden nach ihrer Transplantation auch im Knochenmark von Empfängertieren gefunden, wo sie eine außerordentliche Ähnlichkeit mit den dort auftretenden mesenchymalen Stammzellen zeigten.

Die neuen Erkenntnisse tragen laut Häussinger nicht nur zu einem besseren Verständnis regenerativer Prozesse in der Leber bei. Sie könnten auch die Entwicklung neuer Verfahren zur Behandlung von Patienten mit chronischen Erkrankungen der Leber ermöglichen, hofft der Experte. Seine Arbeitsgruppe untersucht derzeit, ob die Sternzellen oder auch die mesenchymalen Stammzellen aus dem Knochenmark zur Herstellung von Leberersatzgewebe genutzt werden könnten.

© rme/aerzteblatt.de

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