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Politik

Schweizer Ärzte halten Beihilfe zum Suizid für vertretbar, aber nur wenige beteiligen sich daran

Mittwoch, 19. November 2014

Basel - Viele Schweizer Ärztinnen und Ärzte halten ärztliche Beihilfe zum Suizid für vertretbar. Doch nur eine Minderheit ist bereit, selbst bei einem Suizid zu helfen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag der Schweizerischen Akademie der Medizi­nischen Wissenschaften (SAMW) erstellt worden ist. Drei Viertel der Ärztinnen und Ärzte, die an der Studie teilgenommen haben, halten danach die ärztliche Beihilfe zum Suizid für vertretbar. Etwas weniger als die Hälfte kann sich Situationen vorstellen, in denen sie persönlich bereit wären, beim Suizid zu helfen. Rund 25 Prozent der Befragten toleriert zwar die ärztliche Beihilfe zum Suizid, würde diese aber selbst nicht leisten.

Engagierte Bundestagsdebatte zur Sterbehilfe: Fünf Positionen kristallisieren sich heraus

Berlin – Eine offen geführte „Orientierungsdebatte“ zur Sterbehilfe bildete heute den Auftakt zu dem „vielleicht anspruchsvollsten Gesetzgebungsverfahren dieser Legislaturperiode“, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zu Beginn der Debatte im Deutschen Bundestag sagte.

Die Zustimmung zur Suizidhilfe hängt für die Ärzte weitgehend von der konkreten Situa­tion ab. „Je eindeutiger eine rein körperliche Erkrankung vorliegt und je näher das Lebensende ist, desto größer ist die Akzeptanz der Suizidhilfe. So lehnen drei Viertel der Antwortenden die Suizidhilfe bei Hochbetagten, aber sonst gesunden Menschen ab, und etwas mehr als die Hälfte lehnt Suizidhilfe bei psychisch erkrankten Menschen ab,“ teilte die SAMW mit.

Knapp die Hälfte der Befragten hat es der Studie zufolge mindestens einmal erlebt, dass sie ernsthaft um Suizidhilfe gebeten wurde. Von den 1.318 befragten Ärztinnen und Ärzten, die an der Studie teilnahmen, gaben 111 an, schon mindestens einmal eine Handlung getätigt zu haben, die im rechtlichen Sinne als Suizidhilfe gilt. In rund drei Viertel der Fälle von Suizidhilfe war, so die Studie, eine Sterbehilfeorganisation beteiligt. © Kli/aerzteblatt.de

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isnydoc
am Donnerstag, 20. November 2014, 09:49

@advokatus ... so sorry

aber in Deutschland gehören "Zwangsdiktate" seit Jahrzehnten zum Alltag des zugelassenen Kassenarztes - Vertragsarzt später genannt, weil er sich mit dem "Diktat" selbstverständlich verträgt und nicht meutert. Insofern wäre zu fragen, weshalb dieses System so haltbar ist. Ist es die weltweit einmalige Sozialgerichtsbarkeit?
advokatus diaboli
am Donnerstag, 20. November 2014, 07:03

Hippokrates war kein "Schweitzer"!

Eine Studie, die auch hierzulande zum weiteren Nachdenken anregen kann. Insbesondere Ärztefunktionäre und ideologisch verbrämte Politker und Theologen müssen sich der Realität stellen, dass ethische Zwangsdikate in Form des Verbots der Mitwirkung der Ärzteschaft bei einem frei verantwortlichen Suizid eines schwersterkrankten Menschen der Problematik völlig unangemessen sind. Die deutsche Ärzteschaft sollte sich gegen die ethische Bevormundung nachhaltiger als bisher wehren und darauf drängen, dass auch ihre Grundrechte gewahrt bleiben.

Allen voran die BÄK könnte von ihren Schweizer Kolleginnen und Kollegen viel lernen und sich dabei in Toleranz und Respekt vor der individuellen Gewissensfreiheit ihrer deutschen Kollegen üben.

Der Sterbehilfediskurs auch in intraprofessioneller Perspektive eignet sich nicht für "Machtspielchen", geht es doch darum, nicht die "Herrschaft" über Andere in bedeutsamen ethischen Konflikten auszuüben.

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