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Politik

Transparenz bei klinischen Studien weiter unzureichend

Mittwoch, 19. November 2014

Köln/New York – Trotz vieler Appelle und ethischen Verpflichtungen: Nach wie vor werden viele klinische Studien nicht registriert, Registereinträge nicht aktualisiert und Ergebnisse nicht veröffentlicht. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Anlass für die Kritik des Instituts ist die Aktualisierung einer Resolution der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) zur Transparenz von Pharmadaten. „Dass bisher ein großer Teil der Ergebnisse klinischer Studien nicht offengelegt wurde, bedeutet, dass Patienten möglicherweise nicht die bestmögliche Behandlung bekommen – weil wir diese gar nicht ermitteln können“, sagte Beate Wieseler, Leiterin des Ressorts Arzneimittelbewertung im IQWiG.

Siw Waffenschmidt, Leiterin des Stabsbereichs Informationsmanagement im Institut, sieht sich bei ihren Recherchen täglich mit der Unvollständigkeit von Studienregistern und veröffentlichten Studiendaten konfrontiert. „Um den Nutzen zweier medizinischer Interventionen zu vergleichen, benötigen wir alle Informationen über die Studien. Die Darstellung in den Registereinträgen oder in den Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften ist aber oft lückenhaft“, erläutert sie.

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Das IQWiG begrüßt, dass die WHO sich weiter für die Transparenz bei Pharmadaten einsetzt. Allerdings geht sie dabei nach Auffassung des Instituts nicht weit genug. Denn sie fordert lediglich die vollständige Offenlegung von Studiendaten künftiger Studien.

„Wenn wir den Auftrag erhalten, einen neuen Wirkstoff oder ein neues Medizinprodukt mit bereits länger eingesetzten Therapien zu vergleichen, benötigen wir logischerweise auch die Ergebnisse älterer Studien, in denen diese etablierten Therapien untersucht wurden“, sagte IQWiG-Leiter Jürgen Windeler. © hil/aerzteblatt.de

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