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Ärzteschaft

Gewaltausbrüche nach Drogenmissbrauch binden Notfallkapazitäten

Donnerstag, 20. November 2014

dpa

Stuttgart – Vor Gewaltausbrüchen nach Alkohol- oder Drogengebrauch hat die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg gewarnt. „Gerade in den großen Städten findet sich eine zunehmende Verunsicherung der Bürger, aber auch zufällig flanierender Passanten, wenn sie Zeugen von körperlicher Gewalt – häufig aus nichtigem Anlass – werden“, berichtet die Kammer nach einem suchtmedizinischen Symposium gestern in Stuttgart.

Sie betont, dass die Versorgung von Opfern körperlicher Gewalt, die unter Alkohol- und Drogeneinfluss Anderer zu Schaden kommen, teilweise erhebliche Ressourcen in den Kliniken und Praxen binde, die dann für weitere Notfälle nicht verfügbar seien. Neben unmittelbaren Kosten durch die notwendigen Behandlungen käme es auch zu mittel­baren Kosten, beispielsweise durch krankheitsbedingte Ausfälle und Wiederein­gliederungs-Maßnahmen. So entstehe ein nicht unerheblicher gesamtgesellschaftlicher Schaden.

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Christoph von Ascheraden, Vorsitzender des Ausschusses „Suchtmedizin“ der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg, forderte deshalb von Politik und Gesellschaft gemeinschaftliche Anstrengungen, um diese Entwicklung einzudämmen. Wichtig seien Information und Prävention, aber gegebenenfalls auch Alkoholverbote in der Öffentlichkeit und ein abschreckendes Strafmaß für entsprechende Vergehen.

Die Kammer weist daraufhin, dass auch Ärzte und Therapeuten oft ratlos seien, wenn sie im individuellen Gespräch Jugendlichen gegenübersäßen, die in eine Gewaltszene verwickelt waren. Langfristige Erfolge kann nach Ansicht der Kammer nur eine große Koalition aus Ärzteschaft, Familien, staatlichen Stellen, Beratungsstellen und gesellschaftlichen Kräften erreichen. © hil/aerzteblatt.de

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