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Ärzteschaft

Diskussion um Kosten der Pharmaforschung

Donnerstag, 27. November 2014

Berlin – Eine Kontroverse darüber, wie teuer es ist, neue Arzneimittel zu entwickeln, hat ein neues Gutachten des „Tufts Center for the Study of Drug Development“ ausgelöst. Das Zentrum beziffert darin die Kosten für die Entwicklung eines neuen Medikaments auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar.

„Eine solche Summe kann und darf nicht ernst genommen werden“, sagte dazu Philipp Frisch, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Aus der Erfahrung mit nicht gewinnorientierter, gemeinnütziger Pharmaforschung wisse die Hilfsorganisation, dass die Kosten für die Entwicklung eines Medikaments inklusive Verlustrisiko bei zirka 150 Million Euro lägen. Außerdem übernähmen öffentliche Institutionen oder gemeinnützige Stiftungen fast die Hälfte aller Forschungsausgaben in diesem Bereich. Das senke die tatsächlichen Kosten für die Industrie nochmals.

Dem widerspricht der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und fordert einen differenzierten Blick auf die Zahlen: Nach Einschätzung des Verbandes liegen die reinen Forschungskosten für die Entwicklung eines Arzneimittels bei rund 1,3 Milliarden Dollar, Tendenz steigend. Die übrigen Kosten seien Investitionskosten („expected returns that investors forego while a drug is in development“, heißt es in dem Tufts-Gutachten).

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Arzneimittel: Fragwürdige Preispolitik der Industrie

Mondpreis oder seriös kalkuliert? Die Zulassung von Sofosbuvir zur Therapie von Hepatitis C mit Kosten in Höhe von 60 000 bis 120 000 Euro je Patient hat die Diskussion über angemessene Arzneimittelpreise neu entfacht. In der Bibel ist Gilead ein Ort der Verheißung.

Ärzte ohne Grenzen kritisiert aber nicht nur die Kostenrechnungen der Industrie, sondern auch deren inhaltliche Schwerpunkte und die Preispolitik. Vernachlässigte Krankheiten wie Tuberkulose oder die Schlafkrankheit blieben weiter unter-erforscht, während hohe Preise im Bereich HIV/Aids oder Hepatitis C Millionen Menschen den Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten versperrten. „Wir müssen dieses ineffiziente System dringend ändern und endlich die Patienten in den Mittelpunkt stellen – nicht den Gewinn der Pharmawirtschaft“, fordert Frisch. © hil/aerzteblatt.de

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