Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Experten wollen Kinderrechte im Grundgesetz verankern

Freitag, 21. November 2014

Manuela Schwesig dpa

Berlin/Karlsruhe –  Anlässlich des gestrigen 25. Jahrestages der UN-Kinderrechts­konvention haben Experten auf Missstände auf diesem Gebiet hingewiesen. Sie forderten, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. „Anderenfalls drohen eklatante Verstöße gegen das Diskriminierungsverbot“, mahnte der Sprecher der Kinderrechts­organisation National Coalition Deutschland, Jörg Maywald. Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Manuela Schwesig (SPD) unterstützte den Appell: „Kinder haben es verdient, in unserem wichtigsten Wertebuch der Gesellschaft verankert zu sein, und das ist nun mal das Grundgesetz", sagte die Ministerin dem Hessischen Rundfunk (HR)

Ärzte mahnen bessere Versorgung von Flüchtlingskindern an
Derweil mahnten die Bundes­ärzte­kammer (BÄK), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) eine bessere kurative und präventive gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingsfamilien an. „Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien ist auf Notfallerkrankungen, also lediglich auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände reduziert“, verwiesen die Mediziner.

Dabei nenne die UN-Kinderrechtskonvention „das erreichbare Höchstmaß an Gesund­heit“ explizit als ein Grundrecht jedes Kindes. Dies umfasse auch den Impfschutz. Die Mediziner forderten eine generelle Regelung für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen sowie eine Kran­ken­ver­siche­rungskarte für Asylsuchende, die den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern solle. Zudem gelte es, auch Kindern und Jugendlichen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus eine gute Gesundheitsversorgung in Klinik und Praxis zu ermöglichen.  

Akuter Handlungsbedarf auch bei Kinderarmut
Darüber hinaus sehen Experten auch bei der steigenden Kinderarmut akuten Hand­lungs­bedarf: „Auch im reichen Baden-Württemberg gibt es Kinder und Jugendliche, die in materieller Armut aufwachsen oder von ihr bedroht sind“, verwies Landesfamilien­ministerin Karin Altpeter (SPD). Sie kündigte an, Kinder- und Jugendrechte künftig in der Landesverfassung verankern sowie das Recht auf gewaltfreie Erziehung festschreiben zu wollen.

Über die Fortschritte bei der Umsetzung der Kinderrechte in Baden-Württemberg informiert ab sofort vierteljährlich ein neuer Online-Report. Dieser stellt vor allem das Recht auf Meinungsäußerung, Information und Gehör sowie das Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe in den Fokus. Gerade letzteres sei Kindern besonders wichtig. „Kinder wollen Spielräume für ungeplantes, kreatives Spielen. Durch Zigarettenkippen und leere Flaschen vermüllte Spielplätze sind für sie ein besonderes Ärgernis“, sagte die Ministerin.

© hil/dpa/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.09.17
Bundesrat verschiebt erneut Abstimmung über besseren Kinderschutz
Berlin – Der Bundesrat hat abermals kurzfristig das Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen von seiner Tagesordnung abgesetzt. Es kam daher heute nicht zur Abstimmung über die Reform, die der......
20.09.17
Ärzte erarbeiten Leitfaden für Umgang mit Missbrauchsverdacht
Bonn – Um bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdungen wie Vernachlässigung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch besser zu reagieren, stellen Bonner Mediziner für Ärzte, Pädagogen und Sozialarbeiter......
13.09.17
Mecklenburg-Vor­pommern will präventiven Kinderschutz verstärken
Schwerin – Mit leicht zugänglichen Beratungs- und Hilfsangeboten für Familien will Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) den Kinderschutz in Mecklenburg-Vorpommern weiter stärken. Das im Vorjahr......
23.08.17
Rekord bei Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen
Wiesbaden – Rund 84.200 Kinder und Jugendliche sind 2016 in Deutschland zu ihrem Schutz vorläufig in Obhut genommen worden – so viele wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr betrug das Plus 8,5......
15.08.17
Kinderhilfswerk: Zahl der getöteten Neugeborenen steigt
Osnabrück – Angesichts einer gestiegenen Zahl von Kindstötungen direkt nach der Geburt fordert das Hilfswerk Terre des hommes mehr staatliche Unterstützung für Frauen in Not. „Um die Tötung und......
11.08.17
Ärztekammer Westfalen-Lippe unterstützt Schweigepflicht­lockerung bei Missbrauchs­verdacht
Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen Ärzte nach Plänen der Landesregierung bei einem Verdacht auf Kindesmissbrauch mehr Handlungssicherheit und Unterstützung erhalten. Die Ärztekammer......
02.08.17
Fast eine Million Kinder sitzen regelmäßig in Raucher-Autos
Berlin – Während zwei Drittel der fahrberechtigten Raucher in Deutschland freiwillig auf den Tabakkonsum verzichten, wenn Kinder mitfahren, vermeidet ein Drittel von ihnen das Rauchen nicht......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige