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Medizin

Opiate: Galenik soll Missbrauch erschweren

Montag, 24. November 2014

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA hat ein Retard-Opiat zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen zugelassen. Die Tabletten enthalten den Wirkstoff Hydrocodon in einer größeren Menge, doch eine spezielle Galenik soll den Missbrauch wenn nicht verhindern, so doch erheblich erschweren.

Die vom Hersteller als „Resistec“ bezeichnete Formulierung bindet den Wirkstoff Hydrocodon in ein spezielles Polymer ein, aus dem er nach der oralen Einnahme langsam freigesetzt wird. Die Tabletten sind hart und schwer zu zerkleinern. Wenn sie mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten gemischt werden, bildet sich laut Hersteller eine „gallertartige, klebrige Masse“, die sich nur schwer in eine Spritze ziehen lasse. Unmöglich sei ein Missbrauch jedoch nicht, gestehen die FDA und der Hersteller ein.

Für Drogenkonsumenten könnte das Präparat sogar besonders interessant sein, da das Opiat nicht wie in vielen anderen Schmerzmitteln mit Paracetamol kombiniert ist. Da Paracetamol bei einer höheren Dosis hepatotoxisch ist, hat dies eine gewisse abschreckende Wirkung gegen einen hochdosierten Konsum, allerdings nur, wenn dem Konsumenten die Risiken bekannt (und nicht einfach egal) sind.

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Der Hersteller bietet „Hysingla ER“ in unterschiedlichen Dosierungen mit 20 bis 120 mg Hydrocodon an. Nach der vorgesehenen einmal täglichen Einnahme löst sich das Opioid langsam aus der Tablette, was den Patienten mit chronischen Rückenschmerzen eine konstante Schmerzlinderung verschaffen soll. Intravenös als Bolus injiziert kann eine einmalige Dosis von 120 mg Hydrocodon bei Erstkonsumenten (bei denen noch keine Gewöhnung vorliegt) jedoch tödlich sein.

Es bleibt deshalb abzuwarten, ob die Galenik die Konsumenten tatsächlich abschrecken kann. Der Missbrauch von Opiaten aus Arzneimitteln hat in den USA in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Zahl der tödlichen Überdosierungen soll höher sein als beim Heroinkonsum.

Medizinisch gesehen ist Hysingla ER jedoch ein sinnvolles Arzneimittel, dessen Wirkung und Sicherheit in einer klinischen Studie mit 905 Patienten mit chronischen Rücken­schmerzen erprobt wurde. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Verstopfung, Übelkeit, Müdigkeit, Infektionen der oberen Atemwege, Schwindel, Kopfschmerzen und Schläfrigkeit.

© rme/aerzteblatt.de

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