NewsPolitikErstmals seit zehn Jahren weniger Burnout-Diagnosen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Erstmals seit zehn Jahren weniger Burnout-Diagnosen

Montag, 24. November 2014

Hamburg – Erstmals seit zehn Jahren sind die Krankschreibungen wegen der Diagnose Burnout zurückgegangen, wie die Krankenkasse DAK am Montag in Hamburg mitteilte. 2013 gab danach es ein Drittel weniger Fehltage als im Jahr zuvor. Dem gegenüber stieg die Zahl der diagnostizierten Depressionen weiter an. Insgesamt sind die Leistungs­ausgaben der DAK-Gesundheit für die Behandlung von psychischen Erkrankungen in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent gestiegen.

Laut einer Analyse der Versicherungsdaten entfielen 2012 auf 1.000 DAK-Versicherte 100 Fehltage wegen Burnout. 2013 sank die Zahl auf nur noch 67 Tage. Auch im ersten Quartal 2014 setzte sich dieser Trend fort. Der steile Anstieg in den letzten Jahren – von sechs Ausfalltagen 2004 auf 100 Tage 2012 – wurde somit gestoppt. Bei den Depressionen hat sich hingegen die Anzahl der Fehltage in den vergangenen 13 Jahren um 178 Prozent erhöht.

Anzeige

Die Leistungsausgaben der DAK-Gesundheit für psychische Erkrankungen steigen konstant an: Im vergangenen Jahr waren es 236,5 Millionen Euro, das entspricht sieben Prozent aller ambulanten Leistungsausgaben der DAK-Gesundheit. 2009 waren es 36,5 Millionen Euro weniger.

Als Grund für diese Entwicklung sieht die Kasse unter anderem einen offeneren und differenzierteren Umgang von Ärzten und Patienten. „Wir beobachten, dass sich das Bewusstsein und die Sensibilität sehr verändert haben, wenn es um das Thema Burnout, aber auch um psychische Erkrankungen im Allgemeinen geht”, erläutert DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Eine zunehmend differenziertere Diagnosepraxis führt mittlerweile dazu, dass häufiger eine Depression erkannt wird, die eigentlich hinter dem Burnout steckt.”

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat 6,2 Millionen Versicherte, davon sind 2,7 Millionen erwerbstätig. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2020
Berlin – Die Zahl der Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund psychischer Leiden hat im Jahr 2019 einen neuen Höchststand erreicht. Das legen die Ergebnisse des aktuellen Psychoreports 2020 der
DAK-Report: Fehltage wegen psychischer Erkrankungen auf Höchststand
14. September 2020
Hamburg – Die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen ist rasant gestiegen. Die Krankenkasse DAK Gesundheit verzeichnet nach neuesten Zahlen von 2000 bis 2019 einen Anstieg der
Mehr Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen
8. September 2020
Hamburg – Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres waren Versicherte nicht häufiger krankgeschrieben als in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres. Psychische Diagnosen hatten jedoch einen größeren
Krankenstand bei Techniker Krankenkasse trotz Coronakrise stabil
7. September 2020
Teltow – Die Bundesregierung will eine Offensive für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz starten. Das kündigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) heute an. „Wir werden das dieses Jahr
Bundesarbeitsminister Heil kündigt Offensive für psychische Gesundheit an
3. September 2020
Stuttgart – Forscher des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI Mannheim) haben in einer Mannheimer Bevölkerungsstichprobe das psychische Befinden während des Lockdowns im April 2020 mit dem
Forscher finden keine Belege für Zunahme psychischer Erkrankungen während des Lockdowns
1. September 2020
Köln – Welche Folgen hat die SARS-CoV-2-Pandemie für die psychische Gesundheit? Dieser Frage sind Donya Gilan und Nikolaus Röthke von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
SARS-CoV-2-Pandemie: Psychische Belastungen, Resilienz, Risiko- und protektive Faktoren
20. August 2020
Mannheim – Viele junge Menschen haben nach einer Mannheimer Studie während der Coronakrise unter großen Sorgen, Ängsten oder depressiver Stimmung gelitten. 57 Prozent von 666 befragten 16- bis
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER