Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflegepersonal steht nachts im Krankenhaus oft vor großen Herausforderungen

Montag, 24. November 2014

dpa

Witten/Herdecke – Das Pflegepersonal muss heute beim Nachtdienst im Krankenhaus oft sehr viel anspruchsvollere Aufgaben bewältigen als vor einigen Jahren. Das berichten Pflegewissenschaftler der Universität Witten/Herdecke. Die Arbeitsgruppe um Christel Bienstein und Herbert Mayer hatten 2010 bis 2013 den Nachtdienst in deutschen Krankenhäusern zum zweiten Mal untersucht und mit einer Studie von 1986-89 verglichen.

Danach gibt es heute zwar weniger Patienten pro Pflegekraft, aber die Versorgung ist sehr viel aufwendiger. Es gebe mehr Patienten mit Demenz, mehr freiheitsentziehende Maßnahmen und mehr herausforderndes Verhalten der Patienten. 72 Prozent der Pflegenden seien nachts alleine für die Station zuständig.

„Tagsüber werden Patienten von mehreren Pflegenden und Ärzten umsorgt, aber nachts gibt es auf fast allen Stationen nur noch eine Person. Aus diesem Grund sollte diese Arbeit von besonders qualifizierten Pflegenden übernommen werden“, fasste Bienstein zusammen. Sie widerspricht damit vehement der landläufigen Meinung, dass „nachts die Pflegekräfte ja nicht ganz so kompetent sein müssten“, so die Pflegewissenschaftlerin.

Auf einer Tagung im November in Witten präsentierten Bienstein und Mayer einen aus ihrer Studie heraus erarbeiteten Katalog mit Forderungen, wie Nachtwachen in Zukunft organisiert sein sollten: Danach ist es unter anderem sehr sinnvoll, den Nachtdienst mit zwei Pflegepersonen besetzen, davon eine Pflegefachperson mit vertieften pflegerischen Kenntnissen. Die Nachtdienstperioden sollten nicht länger als zwei bis vier Tage währen und das Personal regelmäßig arbeitsmedizinisch überwacht werden.

Außerdem sollte das Personal im Nachtdienst keine administrativen oder hauswirt­schaftlichen Arbeiten erledigen müssen und die Möglichkeit haben, an Fortbildungen teilzunehmen, so einige der Vorschläge. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Loewenherz
am Mittwoch, 26. November 2014, 19:49

Realitätscheck

Innere Medizin, Akutkrankenhaus der Regelversorgung: 38 Patienten vs. 1 examinierte Krankenschwester. Ist meines Wissens nach das Maximum was gesetzlich zugelassen ist, und - welch Überraschung - damit auch genau der Schnitt, der im privatwirtschaftlichen Sektor gefahren wird.
Erfreulicherweise gibt es Überlastungsanzeigen.

Nachrichten zum Thema

18.05.17
Experten diskutieren über Personaluntergrenzen im Krankenhaus
Berlin – In einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags haben die Krankenkassen gestern über die konkrete Ausgestaltung von Pflegepersonaluntergrenzen im Krankenhaus......
11.05.17
Tag der Pflege: Forderungen nach mehr Personal
Berlin – Zum morgigen Internationalen Tag der Pflege gibt es Rufe nach mehr Personal und einer höheren Wertschätzung für die Arbeit der Pflegekräfte. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi)......
12.04.17
Berlin – Viele Beschäftigte in der Alten- und in der Krankenpflege sind überzeugt, ihren Beruf nicht langfristig ausüben zu können. Das zeigt eine Umfrage des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen......
05.04.17
Pflege: Bundeskabinett bringt Personaluntergrenzen in Kliniken auf den Weg
Berlin – Krankenhäuser müssen künftig ausreichend Pflegepersonal etwa auf Intensivstationen oder im Nachtdienst beschäftigen. Eine entsprechende Regelung von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe......
29.03.17
Bonn/Berlin – Personalvorgaben nicht nur für die Pflege, sondern auch für den ärztlichen Dienst im Krankenhaus fordert der Marburger Bund (MB). „Patientensicherheit und Personalknappheit passen nicht......
23.03.17
Kassen und Krankenhäuser streiten über Personalvorgaben in der Pflege
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat angekündigt, den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) noch vor der Bundestagswahl mit der Festlegung von Pflegepersonalvorgaben im Krankenhaus......
21.03.17
In der ambulanten Pflege sind zu 87 Prozent Frauen beschäftigt
Berlin – Pflege ist ein Teilzeit- und Frauenjob. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann beklagte dementsprechend einen überproportional starken Zuwachs an Teilzeitstellen in der ambulanten......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige