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Politik

Bundes­versicherungsamt warnt vor übereiltem Kranken­kassenwechsel

Montag, 24. November 2014

Bonn – Das Bundesversicherungsamt (BVA) rät gesetzlich Versicherten, ruhig abzu­warten, wie sich die neuen Zusatzbeiträge der Krankenkassen im nächsten Jahr entwickeln werden und nicht übereilt vor Jahresende ihre Kasse zu wechseln.

Hintergrund ist, dass der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenver­sicherung ab Anfang Januar 2015 von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent sinkt. Außerdem können die Krankenkassen dann vom Einkommen abhängige prozentuale Zusatzbei­träge erheben.

Die Senkung des allgemeinen Beitragssatzes auf 14,6 Prozent und die kassenindi­viduellen Zusatzbeiträge sollen den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen ankurbeln. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium prognostizierte für 2015 einen durch­schnittlichen Zusatzbeitrag der Kassen von 0,9 Prozentpunkten.

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In Kreisen der Krankenkassen geht man davon aus, dass sich die Kassen im ersten Jahr des Wettbewerbs weitgehend an dem vorgegebenen Durchschnittswert orientieren. Er kann allerdings auch deutlich darunter liegen. So hat etwa der Verwaltungsrat der AOK Sachsen-Anhalt beschlossen, von ihren rund 700.000 Mitgliedern einen Beitragssatz von 14,9 Prozent zu erheben – also einen Zusatzbeitrag von 0,3 Prozent.

Die Versicherten können ihre Krankenkasse verlassen, wenn diese einen Zusatzbeitrag erhebt. „Was jedoch wenig bekannt ist: Die Mitglieder können immer ihre Krankenkasse wechseln, wenn sie dort länger als 18 Monate versichert waren“, hieß es aus dem BVA. Dessen Präsident Maximilian Gaßner rät daher den Versicherten, keine übereilten Entscheidungen zu treffen.

„Für Panik zum Jahresende besteht deshalb kein Anlass“
Da die meisten Mitglieder länger als 18 Monate bei ihrer Krankenkasse versichert seien, könnten sie ohnehin jederzeit die Kasse wechseln. „Für Panik zum Jahresende besteht deshalb kein Anlass“, so Gaßner. Grundsätzlich sollten die Versicherten bei ihrer Entscheidung auch Faktoren wie Beratung, Service, das Angebot an zusätzlichen Satzungsleistungen oder die Erreichbarkeit über eine Geschäftsstelle vor Ort berücksichtigen, hieß es aus dem BVA.

Der Vorstandschef der Techniker-Krankenkasse (TK), Jens Baas, erwartet, dass der Zusatzbeitrag nach 2015 sehr schnell ansteigt. Laut Modellrechnungen seiner Kasse droht schon 2017 ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 1,16 Prozent und 2018 auf 1,41 Prozent. Sollte es so kommen, läge die durchschnittliche Beitragsbelastung bis zum Ende der Legislaturperiode bei über 16 Prozent allein für die Kran­ken­ver­siche­rung.

Der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Christopher Hermann, hält sogar die Prognose für 2015 schon für sehr optimistisch. „Der Schätzerkreis hat noch nicht zur Kenntnis genommen, dass die Konjunkturerwartungen sich deutlich eingetrübt haben“, sagte Hermann. © hil/aerzteblatt.de

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