Politik

Studie benennt Defizite bei der Versorgung Sterbender in Pflegeheimen

Dienstag, 25. November 2014

Gießen – Sterbende in Pflegeheimen in Deutschland werden sehr unterschiedlich versorgt. Das berichten Wissenschaftler um den Versorgungsforscher Wolfgang George nach einer Studie mit 2.600 Mitarbeitern aus 467 Pflegeeinrichtungen in ganz Deutsch­land. „Zusammengefasst entsteht ein düsteres Bild der Situation der Betreuung Ster­bender, auch wenn einzelne Einrichtungen auf einem guten Weg sind“, so das Fazit der Forscher der TransMIT GmbH, Projektbereich für Versorgungs­forschung und Beratung.

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Die Wissenschaftler erfassten für ihre Studie 44 Variablen, unter anderem zeitliche und personelle Ressourcen, Ausbildung der Pflegekräfte, Arbeitsklima, Angehörigen­inte­gration, Schmerz- und Symptomkontrolle sowie Belastung der Helfer und würdevolles Sterben. Ungefähr 35 Prozent der Einrichtungen wurden durch einen Online- und 65 Prozent durch einen Papierfragebogen untersucht.

Ein Drittel der Befragten fühlt sich nicht richtig vorbereitet
Erwartungsgemäß sind die zeitlichen und personellen Ressourcen ein großes Problem: 34 Prozent der Pflegekräfte berichten, dass grundsätzlich qualifizierte Pflegende eingesetzt würden. Ein Drittel der Befragten hält sich durch ihre Ausbildung für unvor­bereitet dafür, Sterbende zu betreuen. 33 Prozent geben an, dass die Angehörigen in die Versorgung einbezogen werden. 27 Prozent sagen, die Einrichtung werde durch ehrenamtliche Mitarbeiter wirksam unterstützt.

Kommunale Einrichtungen mit guten Ergebnissen
Allerdings berichten die Versorgungsforscher auch von positiven Ergebnisse: Etwa drei Viertel der Studienteilnehmer halten die Schmerztherapie für angemessen. In drei Viertel der Einrichtungen besteht die Möglichkeit der Übernachtung für Angehörige. Insgesamt sind drei Viertel der Befragten davon überzeugt, dass an ihrem Arbeitsplatz ein würde­volles Sterben möglich sei. Laut den Wissenschaftlern liegen die kommunalen Einrich­tungen in dieser Studie bei der Versorgungsqualität insgesamt vorn. Es folgen die freigemeinnützigen und dann die privaten Häuser.

Außerdem gilt: Kleinere Einrichtungen im ländlichen Raum bieten offenbar insgesamt die besseren Bedingungen. Aufgrund der Studienerfahrungen empfehlen die Verfasser weitere Studien mit noch mehr Einrichtungen, insbesondere großen privaten Trägern.   

Die TransMIT GmbH  unterstützt Wissenschaftler, Institute und Forschungseinrichtungen dabei, Forschungsergebnisse zu Produkten weiterzu­entwickeln. Gesellschafter­hochschulen der TransMIT GmbH sind die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Technische Hochschule Mittelhessen und die Philipps-Universität Marburg.

© hil/aerzteblatt.de

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Loewenherz
am Mittwoch, 26. November 2014, 19:39

Düster-Deutschland (2)

Mal ganz abgesehen davon, dass regelmäßig Sterbende in (höchst-)Palliativsituation doch noch in die nächste Notaufnahme gekarrt werden. Oder wie es ein mir befreundeter Pflegeheimleiter mal so schön gesagt hat: "bei uns im Konzern gilt klar eines: Im Heim wird nicht gestorben! Das ist schlecht fürs Image".
Krankenhausarzt
am Mittwoch, 26. November 2014, 00:09

Düster-Deutschland

„Zusammengefasst entsteht ein düsteres Bild der Situation der Betreuung
Ster­bender". Treffender kann die Situation Sterbender in Deutschland nicht beschrieben werden. Aber mit Gröhes Palliativ-Initiative wird sicher sehr schnell alles viel besser...
Na egal, Hauptsache wir kloppen vorher noch eine Hüft-TEP rein.
Dafür ist immer Geld da.

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