NewsPolitikOnkologen und Krankenkasse starten Projekt zur Zweitmeinung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Onkologen und Krankenkasse starten Projekt zur Zweitmeinung

Dienstag, 25. November 2014

Berlin – Der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland (BNHO) kooperiert mit der IKK gesund plus aus Sachsen-Anhalt, um den Patienten eine qualitativ hochwertige onkologische Zweitmeinungen zu ermöglichen. „Das Einholen von Zweitmeinungen ist in der Medizin nichts Neues: Schon immer haben Ärzte, die sich bei einer Diagnose oder Therapieentscheidung unsicher fühlten, bei Kollegen mit spezifischer Expertise um Rat gefragt“, hieß es aus dem Berufsverband.

Auch gab es immer schon Patienten, die mehr als nur einen Arzt aufgesucht haben, bevor sie sich mit einer vorgeschlagenen Behandlung einverstanden erklärten. Auch dank des Internets hätten ärztliche Zweitmeinungen in den letzten Jahren aber deutlich an Popularität gewonnen. Hinter vielen Angeboten stecken laut dem BNHO aber kommerzielle Interessen.

Mit der neuen Kooperation will der Berufsverband jetzt dafür sorgen, dass Patienten mit hämatologischen oder onkologischen Erkrankungen auf Wunsch eine Zweitmeinung erhalten, bei der die Qualität stimmt und die Finanzierung geregelt ist. „Die Einbindung des BNHO ist dabei eine Art Qualitätssiegel für die Zweitmeinung“, erläuterte der BNHO-Geschäftsführer Armin Goetzenich. Zweitmeinungen könnten bei Patienten mit onkologischen Erkrankungen das Vertrauen in die Anti-Tumor-Therapie stärken und dazu beitragen, ein optimales Behandlungskonzept zu erstellen. Allerdings müsse eine hohe Qualität der Zweitmeinung gewährleistet sein.

Anzeige

„Aus unserer Sicht ist die Projektkooperation mit dem BNHO optimal“, sagte Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus. Die Kasse könne Patienten mit Krebserkrankungen jetzt ein attraktives und vor allem qualitativ hochwertiges Serviceangebot machen.

Wichtig ist dem Berufsverband und der Kasse, dass die Zweitmeinung nicht auf Basis der Patientenakte erstellt wird, sondern im Rahmen einer persönlichen Vorstellung und Untersuchung. Die „Zweitmeinung mit BNHO-Siegel“ erspare den Patienten die zeitraubende Suche nach entsprechenden Experten und schütze vor Anbietern mit kommerziellem Interesse.

Politisch ist die Regelung der Zweitmeinung im Augenblick in der Diskussion: Das sogenannte GKV-Versorgungsstärkungsgesetz soll ein Recht auf Zweitmeinung im Gesetz verankern. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat in ihrer Stellungnahme die Möglichkeit für eine ärztliche Zweitmeinung begrüßt. Allerdings habe diese auch bisher bestanden.

„Im Zuge der näheren Ausgestaltung des Verfahrens ist darauf zu achten, dass es mit der Beschränkung der Zweitmeinung auf bestimmte Leistungen einerseits und bestimmte Ärzte andererseits für Patientinnen und Patienten nicht zu einer Verschlechterung der bisherigen Situation kommt“, heißt es in der BÄK-Stellungnahme. Problematisch sei außerdem, dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss künftig festlegen solle, welche Anforderungen Ärzte erfüllen müssen, die Zweitmeinungen abgeben. Für die fachliche Qualifikation seien vielmehr die Ärztekammern zuständig, so die BÄK.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. August 2019
Berlin/Hamburg – Vor gut einem Jahrzehnt startete das Zweitmeinungsprojekt Hodentumor auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Im Jahre 2018 wurde jeder dritte Patient mit neu
Zweitmeinung beim Hodentumor verbessert jede fünfte Therapieplanung
4. Juli 2019
Berlin – Bei planbaren medizinischen Eingriffen zweifelt die Hälfte der Patienten am Sinn der Operation. Allerdings holt sich nur ein Viertel der Menschen wirklich die zweite Meinung eines Arztes ein.
Hälfte der Patienten zweifelt am Sinn planbarer Eingriffe
28. März 2019
Berlin – Das Gesamtüberleben von Darmkrebspatienten an zertifizierten Darmkrebszentren ist deutlich höher als an nicht zertifizierten Zentren. Dies hat Thomas Seufferlein, Vizepräsident der Deutschen
Krebspatienten werden in zertifizierten Zentren besser versorgt
2. Januar 2019
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unterstützt Patienten bei der Entscheidung über bestimmte, nicht eilige Operationen mit sechs neuen
Ärzte können im Zweitmeinungsverfahren auf neue Entscheidungshilfen zurückgreifen
19. Dezember 2018
Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Deutsche Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband haben sich im ergänzten Bewertungsausschuss darauf verständigt, welche Leistungen Ärzte beim
Höhe der Vergütung für Zweitmeinungsverfahren steht fest
10. Dezember 2018
Berlin – Zu ärztlichen Zweitmeinungen im Vorfeld von empfohlenen Operation sind die Verfahrensregeln des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) in Kraft getreten. Darauf hat der G-BA jetzt hingewiesen.
Regelungen für ärztliche Zweitmeinungen in Kraft getreten
2. November 2018
Berlin – Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens haben die Mitglieder der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angekündigt, die Qualitätssicherung in ihren Krankenhäusern weiterentwickeln zu wollen, zum
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER