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Medizin

Diskussion um Einfluss gesättigter Fettsäuren auf die Blutfettwerte

Dienstag, 25. November 2014

dpa

Ohio – Der Anteil der im Blut zirkulierenden gesättigten Fettsäuren steht vermutlich nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Menge der konsumierten gesättigten Fett­säuren aus der Ernährung. Vielmehr scheine es auf die Menge der konsumierten Kohlenhydrate anzukommen, vermuten Wissenschaftler um Jeff Volek von der Ohio State University. Sie schließen dies aus Studien, welche sie jetzt in Plos One veröffentlicht haben (doi 10.1371/journal.pone.0113605).

In vielen Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en findet sich noch der Hinweis, gesättigte Fettsäuren zu vermeiden und zugunsten der ungesättigten Fettsäuren zu ersetzen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt außerdem, mindestens 50 Prozent der Tages­kalorien in Form von komplexen Kohlenhydraten aufzunehmen.

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Erhöhte Blutplasma-Spiegel mit gesättigten Fettsäuren können laut vieler Studien das Risiko für Gefäßerkrankungen und Diabetes erhöhen. Dennoch konnten neue Meta­analysen laut den US-Wissenschaftlern bisher keine klaren Belege dafür erbringen, dass gesättigte Fettsäuren aus der Ernährung das Risiko für diese Erkrankungen direkt erhöhen. Umgekehrt reduziere auch der vermehrte Verzehr von ungesättigten Fett­säuren laut einer Studien von Wissenschaftlern der University of Cambridge das Risiko für metabolische Erkrankungen nicht (doi:10.7326/M13-1788).

Die Forscher untersuchten die Folgen von sechs aufeinanderfolgenden dreiwöchigen Diäten an Patienten, die an einem metabolischen Syndrom litten. Bevor die Teilnehmer an diesem 18-monatigen Diätregime teilnehmen konnten, mussten sie für drei Wochen eine stark kohlenhydratreduzierte Diät mit <50 Gramm Kohlenhydraten pro Tag einhalten.

Nach dieser Eingangsdiät nahmen sie pro Tag 47 Gramm Kohlenhydrate und 87 Gramm gesättigte Fettsäuren zu sich. Nach jeweils drei Wochen erhöhten die Wissenschaftler den Anteil der Kohlenhydrate in der Ernährung und senkten den der gesättigten Fettsäuren, bis die Teilnehmer schließlich in der sechsten und letzten Diätphase 346 Gramm Kohlenhydrate und 32 Gramm gesättigte Fettsäuren zu sich nahmen. Die Kalorienmengen lagen in allen Phasen jeweils um 300 kcal niedriger als der Gesamt­energiebedarf der Teilnehmer. Die Forscher kontrollierten in allen Phasen Cholestrin-, Blutfettwerte und Glukosespiegel.

Über die Dauer der Diät verloren die Teilnehmer im Durchschnitt rund zehn Kilogramm und bei allen Teilnehmern verbesserten sich Cholesterin, Blutfette und Glukosespiegel. Auch Blutdruck und Insulinlevel der Teilnehmer reduzierten sich. Trotz dieser insgesamt positiven Bilanz konnten die Wissenschaftler feststellen, dass die Spiegel von Palmitin­säure mit steigender Kohlenhydratmenge im Blut der Teilnehmer zunahmen.

Palmitinsäure wird aus überschüssig glykolysierten Kohlenhydraten aufgebaut und gilt als mögliche Risikofettsäure für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Dies sei laut der Forscher besonders bemerkenswert, weil die Teilnehmer in ihrer Diät eigentlich ein Kaloriendefizit hatten. Der prozentuale Anteil der gesättigten Fettsäuren im Blut zeigte im Verlauf der Studie ebenfalls einen leichten Anstieg.

Die Wissenschaftler vermuten daher, dass besonders der Kohlenhydratkonsum Einfluss auf die Blutfettwerte nehmen könnte. Ob diese Beobachtungen jedoch auch für die langfristige Einstellung der Blutfettwerte zutreffen, müssten weitere Studien klären. © hil/aerzteblatt.de

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