NewsÄrzteschaftBundes­ärzte­kammer weist auf zentrale Rolle der Ärzte bei der Prävention hin
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bundes­ärzte­kammer weist auf zentrale Rolle der Ärzte bei der Prävention hin

Mittwoch, 26. November 2014

Berlin – Das neue „Gesetz zur Stärkung der Gesund­heits­förder­ung und der Prävention“ muss die zentrale Rolle der Ärzteschaft bei der Prävention stärker berücksichtigen. Außerdem sind weite Teile des als Referentenentwurf vorliegenden Gesetzes zu allgemein geraten. Das kritisiert die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) in einer Stellungnahme.

Mit dem Gesetz sollen die Mittel der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung für die Primärprä­vention ab 2016 von derzeit rund drei Euro pro Versicherten auf künftig sieben Euro mehr als verdoppelt werden. Zwei Euro davon sollen in betriebliche Vorsorgeprojekte gehen und in sogenannte Lebenswelten, zum Beispiel Schulen und Kindertagesstätten.

Ärzte in die strukturelle Entwicklung zu wenig eingebunden
Die BÄK weist daraufhin, dass Ärzte die Patienten aller gesellschaftlichen Schichten gleichermaßen erreichen und diese auf eine Veränderung von Verhaltensweisen und zur Wahrnehmung gesundheitsförderlicher Angebote ansprechen können. Zudem könnten sie an der Gestaltung von Lebenswelten durch ihr Wissen über Gesunderhaltung und Krankheitsentstehung mitwirken. Leider sei aber „die strukturelle Einbindung der Ärzteschaft in die vorgesehenen Leistungen bislang nur wenig ausgearbeitet. Dort, wo der Ärzteschaft Aufgaben übertragen werden, wird hingegen vorausgesetzt, dass damit für die Krankenkassen keine Mehrkosten entstehen“, kritisiert die BÄK.

Anzeige

Statt einer bloßen Präventionsempfehlung, wie im Gesetz angelegt, fordert die Kammer in ihrer Stellungnahme ein umfassendes ärztliches Präventionsmanagement. Dazu gehörten das Erfassen gesundheitlicher Belastungen, die ärztliche Beratung, das Begleiten von Präventionsmaßnahmen und die Bewertung ihrer Wirksamkeit.

Gesundheitsziele sind unpräzise formuliert
Auch mit dem Thema „Gesundheitszielen“ gehe das Gesetz zu unverbindlich um: Der Referentenentwurf stellt es in seiner augenblicklichen Fassung dem GKV-Spitzenver­band weitgehend frei, in welcher Weise er sich an ihnen orientieren will. „Das ist allerdings völlig unzureichend: Zur Nutzung von Gesundheitszielen beziehungsweise Arbeitsschutzzielen als Steuerungsinstrument für die Verwendung von Präventionsleis­tungen bedarf es gesetzlicher Regelungen und einer Konkretisierung der zu erreich­enden Ziele“, schreibt die BÄK in ihrer Stellungnahme.

Grundsätzlich positiv bewertet die BÄK, dass das Gesetz die Kinder- und Jugendunter­suchungen bis zum 18. Lebensjahr ausweiten und die Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene reformieren will. „Die inhaltliche Neugestaltung der Gesundheitsunter­suchungen für Erwachsene sowie ihre Frequenz sollten jedoch nicht ausschließlich dem Gemeinsamen Bundes­aus­schuss überlassen bleiben, da diese damit im Ergebnis eher zurückgefahren als ausgeweitet werden könnten“, fordert die BÄK. Wichtig sei außer­dem, zusätzliche ärztliche Leistungen bei der Honorierung zu berücksichtigen.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. September 2020
Berlin – Auf die besondere Bedeutung der Suizidprävention in Krisenzeiten weist die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hin. Die seit
Fachgesellschaft fordert umfassende Public-Health-Strategie zur Suizidprävention
9. September 2020
Frankfurt – In Deutschland nehmen sich jedes Jahr rund 10.000 Menschen das Leben. Darauf weisen die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikum Frankfurt und das
Längere Laufzeit für Präventionsprojekt zu Suiziden und Suizidversuchen gefordert
8. September 2020
Berlin – Auf einen Paradigmenwechsel in der Medizin und damit einhergehende Verbesserungen der Versorgung setzen Forschungseinrichtungen, Kliniken und Industriepartner im Rahmen der europäischen
Zellbasierte Medizin soll Prävention, Früherkennung und Versorgung auf neue Grundlage stellen
19. Mai 2020
Berlin – Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat Empfehlungen vorgelegt, wie Angehörige dabei helfen können, das Sturzrisiko älterer pflegebedürftiger Menschen zu verringern. „Statistisch
Pflegeexperten geben Tipps zur Sturzvorbeugung
12. Mai 2020
Berlin – Eine wirksame Prävention hätte viele coronarelevante Vorerkrankungen verhindern können. Darauf weist die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hin – und kritisiert, dass die
Verbände kritisieren mangelhafte Prävention von COVID-19-Risikofaktoren
27. April 2020
Berlin − Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) rechnet offenbar doch nicht mit einer hohen finanziellen Belastung für die Krankenkassen durch eine Ausweitung der SARS-CoV-2-Tests. In einer
SARS-CoV-2-Tests sollen Kassen weniger Kosten als bisher veranschlagt
24. April 2020
Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat ein Sofortangebot zur Gesund­heits­förder­ung für Beschäftigte in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen gestartet. Das Beratungsangebot soll
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER