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Ausland

Vier Mitarbeiter einer Impfkampagne in Pakistan erschossen

Mittwoch, 26. November 2014

Lahore – Im pakistanischen Quetta haben Bewaffnete vier Mitarbeiter einer Polio-Impfkampagne getötet. Nach Angaben der Online-Zeitung Pakistan Today wurden die drei Frauen und ein Mann am Mittwoch erschossen, während sie in einem Außenbezirk der Provinzhauptstadt im Westen des Landes auf eine Polizeieskorte warteten.

Erst Montag hatten Milizen der islamistischen Tehrik-i-Taliban Pakistan ein Impfteam in Charsadda in der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa angegriffen. Dabei wurde laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mindestens eine Person verletzt. Zuvor kamen am 1. März elf medizinische Mitarbeiter und eine Sicherheits­eskorte durch eine Bombe ums Leben. Insgesamt wurden laut Human Rights Watch seit Jahresbeginn 35 Angehörige von Impfteams ermordet.

Pakistan ist eines von drei Ländern, in denen Kinderlähmung noch verbreitet ist. Dieses Jahr starben in Pakistan nach Angaben von Human Rights Watch bislang 262 Personen an den Folgen der Viruserkrankung; dies sei die höchste Zahl in 15 Jahren und entspreche 80 Prozent aller Todesfälle weltweit.

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Ärzte und Krankenpfleger, die in Kriegs- und Krisengebieten medizinische Hilfe leisten, werden immer häufiger selbst Opfer von Gewalt. 1 800 Übergriffe auf medizinische Einrichtungen zählte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz 2012 und 2013 – Tendenz steigend.

Ein Bericht der Global Polio Eradication Initiative stellte dem Impfprogramm in Pakistan vergangenen Monat ein verheerendes Zeugnis aus. Der Umgang mit der Krankheit sei eine Gefahr für die Bevölkerung in den Nachbarländern und der weiteren Region.

Militante Gruppen in Pakistan bekämpfen die Impfkampagnen, weil sie darin verdeckte Agententätigkeiten westlicher Regierungen sehen. Sie verweisen auf den pakistanischen Arzt Shakeel Afridi, der angeblich mit dem US-Geheimdienst CIA zusammenarbeitete und unter dem Vorwand einer Hepatitis-Impfkampagne in Abbottabad Informationen über Al-Kaida-Chef Osama bin Laden sammelte. © kna/aerzteblatt.de

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