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Ärzteschaft

Gemeinsame Qualitätszirkel von Ärzten und Jugendhelfern sinnvoll

Donnerstag, 27. November 2014

Berlin – Die systematische Zusammenarbeit von Ärzten und Mitarbeitern der Jugendhilfe in gemeinsamen Qualitätszirkeln ist sinnvoll. Sie verbessert die Versorgung von gefähr­deten Kindern und die Betreuung hilfebedürftiger Familien. Diese Ergebnisse eines mehrjährigen Modellprojektes haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztliche Vereinigung Baden Württemberg (KVBW) jetzt in Berlin vorgestellt. Mehr als 100 Experten aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie Vertreter aus Bund und Ländern diskutieren auf dieser Fachtagung, wie das Modell bundesweit ausgebaut werden kann.

In den Qualitätszirkeln besprechen Ärztinnen, Ärzte sowie Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe strukturiert und anhand von Fallbeispielen den Unterstützungsbedarf einzelner Familien. Dabei sind die persönlichen Daten der Familien anonymisiert.

„Ärzte erkennen frühzeitig die Schwierigkeiten der Familien. Allerdings ist oft die medizinische Hilfe allein nicht ausreichend, um die gesunde Entwicklung der Kinder nachhaltig zu fördern“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen. Zusammen mit der Kinder- und Jugendhilfe in den sogenannten Frühen Hilfen sei dies besser möglich, so der KBV-Chef.

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„Diese Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen ist wichtig, denn sie trägt zu einem guten Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen bei. Damit sich Frühe Hilfen konsequent an den Bedarfen der Familien orientieren können, müssen Systemgrenzen überwunden werden“, sagte Caren Marks, Parlamentarische Staatssek­retärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, betonte, ärztliche Qualitätszirkel könnten helfen, die Kooperation zwischen dem Gesundheitswesen und der Jugendhilfe zu stärken. Deswegen sollte solche Modelle der Zusammenarbeit Schule machen und in die Fläche getragen werden. „Gemeinsames Ziel ist, Kindern und ihren Familien einen guten und gesunden Start ins Leben zu ermöglichen“, so Widmann-Mauz.

Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der KVBW, wies daraufhin, dass diese Qualitäts­zirkelarbeit in Baden-Württemberg mit der Förderung durch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) fast flächendeckend umgesetzt sei. Zusammen mit dem BKK Landesverband Süd soll das Modell nun in die Regelversorgung gehen.

Am 13. November hatte Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Manuela Schwesig (SPD) gemeinsam mit dem NZFH die Arbeit der sogenannten Bundesinitiative Frühe Hilfen diskutiert und ein positives Fazit gezogen. „Wir können bereits jetzt sagen, dass die Bundesinitiative Wirkung zeigt und den Familien vor Ort hilfreiche Unterstützmöglichkeiten bietet. Wir sind dabei, die vielen guten Angebote der Frühen Hilfen bundesweit auszubauen und die Qualität zu gewährleisten“, so Schwesig.

Seit dem Start der Bundesinitiative 2012 sei viel passiert, zum Beispiel seien in ganz Deutschland Netzwerke Frühe Hilfen entstanden und den jungen Familien stünden heute deutlich mehr Familienhebammen zur Verfügung. Ein Zwischenbericht zeige, in 98 Prozent der Kommunen Koordinierungsstellen für die Netzwerke Frühe Hilfen eingerichtet hätten. In 84 Prozent stünden Familienhebammen und Familien-, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen zur Verfügung, die Eltern ab der Schwangerschaft bis ein Jahr nach der Geburt unterstützten. © hil/aerzteblatt.de

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