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Ärzteschaft

Sozialpädiatrische Betreuung: Kinderärzte erhalten Zuschlag

Donnerstag, 27. November 2014

Berlin – Kinderärzte mit einer entsprechenden Qualifikation erhalten für die sozialpä­diatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen ab Januar 2015 eine höhere Vergütung. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband im Nachgang zu den Honorarverhandlungen 2015 geeinigt.

Für die neue sozialpädiatrische Leistung stehen in 2015 laut KBV rund 14 Millionen Euro zur Verfügung. Damit soll der erhöhte Aufwand bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen beispielsweise mit motorischen, kognitiven oder emotionalen Auffällig­keiten, Erkrankungen oder einer Behinderung besser berücksichtigt werden.

Vergütung extrabudgetär ohne Mengenbegrenzung
Die neue Leistung werde als Zuschlag im Zusammenhang mit der Gebührenord­nungsposition (GOP) 04355 gezahlt, wenn nach der sozialpädiatrisch orientierten Beratung, Erörterung und/oder Abklärung eine weiterführende sozialpädiatrische Versorgung erfolgt. Hierfür werde zum 1. Januar 2015 die GOP 04356 neu in den EBM aufgenommen. Sie sei mit 195 Punkten bewertet (rund 20 Euro). Die Vergütung erfolge extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis.

Die Leistung kann der KBV zufolge zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden, das heißt zweimal innerhalb von vier Quartalen, bei Bedarf auch zweimal im selben Quartal. Ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein persönlicher Kontakt des Arztes zu einer Bezugsperson des Kindes oder Jugendlichen von mindestens 15 Minuten sei für die Abrechnung notwendig. Die Leistung umfasse unter anderem die Erhebung und/oder Monitoring von motorischen, kognitiven, emotionalen und/oder organbedingten Einschränkungen und/oder Auffälligkeiten sowie die Beratung über weiterführende Maßnahmen.

Sozialpädiatrische Qualifikation notwendig
Voraussetzung für die Abrechnung ist der KBV zufolge eine sozialpädiatrische Qualifika­tion von mindestens 40 Stunden (gemäß dem Curriculum „Entwicklungs- und Sozialpädiatrie für die kinder- und jugendärztliche Praxis“ der Bundesärztekammer). Alternativ könne auch eine ärztliche Tätigkeit von mindestens sechs Monaten – auch im Rahmen der Weiterbildungszeit – in einem Sozialpädiatrischen Zentrum beziehungsweise in einer interdisziplinären Frühförderstelle anerkannt werden.

Zudem müssten die Praxen mit Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie einem Sozialpädiatrischem Zentrum kooperieren.

Übergangsregelung bis Mitte 2016
In einer Übergangsregelung haben sich KBV und Krankenkassen darauf geeinigt, dass bis zum 30. Juni 2016 die GOP 04356 auch ohne Nachweis der Qualifikation berech­nungs­fähig ist. In diesem Fall müssten die Vertragsärzte im Vorjahresquartal und dem darauffolgenden Quartal in durchschnittlich mindestens 50 Behandlungsfällen pro Quartal die GOP 04355 abgerechnet haben.

Erst im Oktober 2013 war für die sozialpädiatrische Beratung und/oder Abklärung die GOP 04355 in das EBM-Kapitel der Kinder- und Jugendärzte aufgenommen worden. Sie ist einmal im Behandlungsfall (einmal im Quartal) abrechenbar. Das Behandlungs­spektrum der GOP 04355 wird ebenfalls zum 1. Januar 2015 erweitert. Mit dem Zuschlag (GOP 04356) wird nunmehr auch die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung durch Kinder- und Jugendmediziner vergütet, so die KBV. © EB/aerzteblatt.de

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