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Medizin

Epidermolysis bullosa: Stammzellen sollen Haut reparieren

Donnerstag, 27. November 2014

Palo Alto/Wien/New York – Die Epidermolysis bullosa, bei der die Haut aufgrund verschiedener Mutationen zur Blasenbildung und Vernarbung neigt, könnte zu einem der ersten Anwendungsgebiete für  eine Behandlung mit induzierten pluripotenten Stammzellen (IPS) werden. In Science Translational Medicine (2014; 6: 264ra163-165) stellen gleich drei Gruppen die Ergebnisse vorbereitender tierexperimenteller Studien vor.

Alle drei Gruppen führten ihre Versuche zur Epidermolysis bullosa dystrophica durch, einer besonders schwer verlaufenden Variante der Genodermatose. Ursache sind Defekte im Gen COL7A1, das die Geninformation für das Typ VII Kollagen speichert. Ohne dieses Protein ist die Haut extrem anfällig für Verletzungen. Die betroffenen Patienten leiden seit der Geburt ständig unter Entzündungen und Wunden der Haut, die aufwändig mit Verbänden und Cremes versorgt werden müssen.

Vittorio Sebastiano von der Stanford Universität in Palo Alto und Mitarbeiter haben aus der erkrankten Haut von drei erwachsenen Patienten die Fibroblasten entnommen und im Labor in den Ausgangszustand einer IPS-Zelle überführt. Danach reparierten sie den Gendefekt und differenzierten die Zellen in Hautzellen, die dann im Labor zu zusammen­hängenden Hautflächen kultiviert wurden. Die Hautflächen wurden dann auf den Rücken von Mäusen transplantiert. Die Haut zeigte laut Sebastiano alle Eigenschaften der menschlichen Haut, einschließlich einer erhöhten Reißfestigkeit.

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Ähnlich positive Erfahrungen hat eine Arbeitsgruppe um Arabella Meixner vom Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien gemacht. Anders als die Forscher aus Kalifornien entnahmen sie die Haut allerdings nicht Patienten, sondern Mäusen, die die gleiche genetische Mutation wie beim Menschen mit Epidermolysis bullosa dystrophica aufwiesen.

Die Forscher verzichteten auch auf den Versuch, die genmodifizierten IPS-Zellen nach der Differenzierung im Labor zu kompletten Hauttransplantaten zu formen. Die IPS wurden lediglich zu gesunden Fibroblasten differenziert und dann in die Dermis der Mäuse injiziert. Das Ergebnis war eine erhöhte Reißfestigkeit der Haut. Ob die Haut die gleiche Qualität hat wie bei der amerikanischen Forschergruppe, ist nicht bekannt. In der Umsetzung wäre die Behandlung jedoch einfacher.

Während die US-Mediziner komplette Hautpartien durch Transplantate ersetzen müssen, könnte die österreichische Methode das gleiche Ziel durch einzelne Injektionen erreichen. Die Forscher halten es sogar für denkbar, dass die Zellen über die Blutbahn in den gesamten Körper geschleust werden könnten, was eine aufwändige lokale Therapie unnötig machen und die Therapie auch auf innere Organe ausdehnen würde, die ebenfalls von dem Gendefekt betroffen sind.

Die dritte Gruppe um Noriko Umegaki-Arao von der Columbia University in New York konnte auf eine Genreparatur verzichten. Ihre IPS-Zellen stammten von einem Patienten mit Epidermolysis bullosa dystrophica, bei dem es zu einer Rückmutation (Revertante) gekommen war, wodurch die Erkrankung an einigen Stellen der Haut spontan geheilt war. Die Forscher wollen diese Zellen zu Hauttransplantaten formen, um dadurch die Heilung auf andere Hautareale zu übertragen. © rme/aerzteblatt.de

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