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Politik

Montgomery fordert mehr Studienplätze in der Humanmedizin

Freitag, 28. November 2014

Berlin – Vor einer weiteren Verschärfung des Ärztemangels hat Frank Ulrich Montgomery gewarnt. Speziell bei der hausärztlichen Versorgung und bei den grundversorgenden Fachärzten wie Augenärzten und Gynäkologen zeichneten sich Engpässe ab, sagte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) gestern in der Rheinischen Post. Montgomery forderte eine Reform des Medizinstudiums: „Vor allem brauchen wir mehr Studienplätze in der Humanmedizin, um wieder ausreichend Ärzte für die Patientenversorgung zur Verfügung zu haben“, so der BÄK-Chef.

Notwendig seien auch angemessenere Auswahlverfahren bei der Studienplatzvergabe. Es müsse sichergestellt werden, dass diejenigen ausgewählt werden, die hinterher auch in der Versorgung der Bevölkerung arbeiten wollen. Montgomery forderte zudem, dass die Studenten schon zu Beginn ihres Studiums an die Tätigkeit von Hausärzten heran­geführt werden. „Voraussetzung dafür ist, dass bis 2017 an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland ordentliche Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingeführt werden“, verwies der Präsident.

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Auch Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) forderte mehr Engagement im Kampf gegen den Hausärztemangel. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung warnte auf einer Pressekonferenz im Düsseldorfer Landtag erneut vor dem drohenden Hausärzte­mangel in Deutschland und insbesondere in Nordrhein-Westfalen. Seit 1995 sei bundesweit die Zahl der niedergelassenen Allgemeinmediziner und praktischen Ärzte von rund 46.000 auf weniger als 34.000 gesunken.

Vor diesem Hintergrund forderte Laumann unter anderem eine im Ländervergleich gerechtere Vergütung für die Hausärzte. Zudem müsse die Selbstverwaltung ihren Sicherstellungsauftrag mit Kreativität und Engagement erfüllen. Die Bundesländer forderte Laumann auf, der allgemeinmedizinischen Ausbildung in der Hochschulpolitik ein stärkeres Gewicht zu geben. Dabei müsse man weg von der „NC-Gläubigkeit“ und bei der Auswahl der Medizinstudierenden auch andere Kriterien jenseits der Abiturnote berücksichtigen.

Auf Laumanns Äußerungen reagierte wiederum Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU). „Die Allgemeinmedizin an den Hochschulen muss mehr Wertschätzung erfahren“, so die Ministerin. Hierzu seien an allen medizinischen Fakultäten Lehrstühle für Allgemeinmedizin einzurichten. „Insoweit teile ich die Auffassung des Patienten­beauftragten der Bundesregierung. Dies allein genügt aber nicht“, verwies Huml.

Im Koalitionsvertrag auf Bundesebene sein vereinbart worden, einen „Masterplan Medizinstudium 2020“ in einer Konferenz der Gesundheits- und Wissenschaftsminister von Bund und Ländern zu entwickeln. „Meine Ziele sind eine bessere Auswahl der Studienplatzbewerber, mehr Praxisnähe und eine Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium“, erklärte die CSU-Politikerin. © hil/aerzteblatt.de

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