NewsMedizinKoronar-CT: Software bestimmt Blutfluss in den Koronarien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Koronar-CT: Software bestimmt Blutfluss in den Koronarien

Montag, 1. Dezember 2014

Rockville – Die US-Aufsichtsbehörde FDA hat eine Software zugelassen, mit der aus den Daten einer koronaren Computertomographie (Koronar-CT) auf die Durchblutungs­verhältnisse in den Koronararterien geschlossen werden kann. Die FFR-CT-Software hatte sich in einer Studie als recht zuverlässig erwiesen.

Ein Maßstab für die Durchblutung in den Koronarien ist die fraktionelle Flussreserve (FFR). Es handelt sich um den Quotienten aus den hinter und vor einer Stenose gemessenen Blutdruckwerten. Die exakte Bestimmung erfordert eine Koronar­angiographie. Die FFR-CT-Software, die Wissenschaftler der Firma HeartFlow in Redwood City/Kalifornien entwickelt haben, lieferte in einer Untersuchung jedoch recht gute Näherungswerte. Die Vorhersage einer klinisch relevanten Stenose gelang der FDA zufolge mit einer Sensitivität von 84 Prozent. Mit 86-prozentiger Spezifität konnten Läsionen gefunden werden, die keine Katheterbehandlung erforderlich gemacht hätten.

Anzeige

Um diese Ergebnisse zu erzielen, reicht es jedoch nicht aus, die Software auf den Rechner zu installieren. Der Ablauf war vielmehr folgender: Die Ärzte übermitteln nach einem Koronar-CT sämtliche Daten elektronisch an das Hauptquartier des Herstellers. Dort erstellt ein Mitarbeiter für jeden Einzelfall ein 3D-Computer-Modell aus verschie­denen Abschnitten des Herzens. An diesem wird dann ein Blutfluss-Simulatorprogramm durchgeführt, aus dem sich dann der geschätzte FFR-Wert ergibt.

Ob dies ein ausbaufähiges Geschäftsmodell ist, dürfte letztlich vom Zeitaufwand und den Kosten abhängen sowie von der klinischen Relevanz der Ergebnisse. Fest steht, dass im Zweifelsfall eine invasive Koronarangiographie erforderlich bleibt, bei der dann auch die Stenose dilatiert und mit einem Stent versorgt werden kann. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Juli 2020
Hamburg – Frauen mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) erhalten in Deutschland seltener eine optimale medikamentöse Therapie als Männer, was in einer Analyse von
PAVK: Frauen erhalten seltener Medikamente als Männer
16. Juni 2020
Baltimore − Eine Behandlung mit dem Antibiotikum Doxycyclin, das über eine Inhibition der Matrix-Metallopeptidasen das weitere Wachstum eines Bauchaortenaneurysmas hemmen soll, hat sich in einer
Studie: Doxycyclin kann Vergrößerung eines Bauchaortenaneurysmas nicht aufhalten
22. Mai 2020
Stockholm − Arbeiter und Angestellte, die bei Umfragen einen vermehrten Stress am Arbeitsplatz angaben, erkrankten in den Folgejahren häufiger an einer peripheren arteriellen
Stress am Arbeitsplatz erhöht Risiko auf periphere arterielle Verschlusskrankheit
17. Dezember 2019
Reading/England – Der tägliche Verzehr von zwei Äpfeln mit einem hohen Gehalt an Polyphenolen hat in einer randomisierten Studie im American Journal of Clinical Nutrition (2019; doi:
Zwei Äpfel am Tag senken Cholesterin in randomisierter Studie (ein wenig)
2. Dezember 2019
Huddersfield/England – Die meisten Patienten überschätzen offenbar die Möglichkeiten einer perkutanen koronaren Intervention (PCI). Während in einer Umfrage im European Journal of Cardiovascular
Viele Patienten überschätzen Nutzen der Herzkatheterbehandlung
19. November 2019
Montreal – Eine Behandlung mit Colchicin, das in niedriger Dosierung eine antientzündliche Wirkung erzielt, hat in einer randomisierten klinischen Studie bei Patienten nach einem Herzinfarkt die Zahl
Colchicin: Niedrig dosiertes Gichtmittel schützt nach Herzinfarkt
15. Oktober 2019
Mannheim – Patienten, die an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) leiden, haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dies werde jedoch
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER