NewsAuslandFast 7.000 Tote durch Ebola-Epidemie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Fast 7.000 Tote durch Ebola-Epidemie

Montag, 1. Dezember 2014

Genf – An der Ebola-Epidemie in Westafrika sind laut einer neuen Zählung der Weltge­sundheitsorganisation (WHO) inzwischen fast 7.000 Menschen gestorben. Der dras­tische Anstieg um rund 1.200 Tote binnen weniger Tage basiere aber weniger auf neuen Todesfällen als vielmehr auf der rückwirkenden Erfassung nicht berichteter Fälle, betonte WHO-Sprecherin Fadéla Chaib am Sonntag. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte mangelndes Engagement der Bundesregierung. Diagnosen sollen dank eines neuen Tests künftig viel schneller möglich sein.

Den neuen Zahlen zufolge starben bislang 6.928 Menschen an dem Virus, 16.169 erkrankten. Die Dunkelziffer dürfte nach Ansicht von Experten deutlich höher liegen. Die Zahlen bestätigen, dass Liberia mit 4.181 Todesfällen das mit Abstand am schlimmsten betroffene Land ist. In Guinea kamen demnach 1.284, in Sierra Leone 1.463 Menschen ums Leben. Weitere 15 Menschen starben in anderen Ländern.

Scharfe Kritik von Ärzte ohne Grenzen
Der Vorstandsvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, Tankred Stöbe, beklagte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die deutsche Hilfe komme zu spät und zu unkoordiniert. „Nach dem Erdbeben auf Haiti oder dem Sturm auf den Philippinen dauerte es nur Stunden oder Tage, ehe internationale Hilfe massiv mobilisiert war. Bei Ebola sind Monate vergangen.“ In Deutschland habe seine Organisation lange den Eindruck gehabt, man „füttere Informationen in einen Apparat, der dann nichts daraus macht“.

Anzeige

Ärzte ohne Grenzen betreibt nach eigenen Angaben sechs Ebola-Behandlungszentren. Bislang wird der Zeitung zufolge – trotz vieler Versprechen – kein Zentrum zur Behandlung Ebola-Kranker in deutscher Regie betrieben. Nach Angaben der „Ebola Task Force“ im Auswärtigen Amt sind derzeit in Guinea, Sierra Leone und Liberia insgesamt 16 deutsche Helfer im Auftrag der Bundesregierung, vier vom Technischen Hilfswerk, elf Soldaten der Bundeswehr und eine Laborkraft vom Robert Koch-Institut. Vor der Eröffnung stehe ein Behandlungszentrum, das in Regie des Roten Kreuzes in Monrovia errichtet wurde. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) sagte der Zeitung: „Dass wir schneller auf Krisen wie Ebola reagieren müssen, ist keine Frage. Das stellt niemand in Abrede.“

Schnelltest zur Diagnose wird geprüft
Ein Schnelltest zur Ebola-Diagnose soll demnächst in Conakry, der Hauptstadt Guineas, geprüft werden. Das tragbare Labor soll die Virusinfektion in Blut oder Speichel binnen 15 Minuten anzeigen, teilte die britische Stiftung Wellcome Trust mit. Dies würde die Diagnosedauer auf ein Sechstel der bislang nötigen Zeitspanne von etwa 1,5 Stunden reduzieren. Das tragbare Labor, das Solarzellen und einen Monitor umfasst, benötigt weder Kühlmöglichkeit noch externen Stromanschluss und soll so den Anforderungen in entlegenen Regionen genügen.

„Ein zuverlässiger 15-Minuten-Test, der Ebola-Fälle bestätigen kann, wäre ein Schlüsselwerkzeug für eine wirksame Kontrolle der Ebola-Epidemie und würde es ermöglichen, Patienten zu ermitteln und möglichst schnell zu behandeln“, erklärte der Wellcome Trust. „Das erhöht nicht nur die Überlebenschancen der Patienten, sondern verhindert auch die Übertragung des Virus auf andere Menschen.“ © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. August 2019
Genf – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) setzt große Hoffnung in die beiden neuen Antikörperpräparate mAb114 und REGN-EB3 gegen das Ebolavirus. Abgesehen vom Nutzen für die behandelten Patienten
WHO setzt große Hoffnung in neue Medikamente gegen Ebola
16. August 2019
Goma – Im Ost-Kongo breitet sich der Ebolavirus weiter aus. Zum ersten Mal seien Fälle der Krankheit in einer dritten Provinz, Sud-Kivu, festgestellt worden, teilte der Ebolabeauftragte der Regierung,
Neue Ebolafälle in weiterer Provinz im Kongo
15. August 2019
Bujumbura – Wegen des Ebolaausbruchs im Kongo hat nun auch das Nachbarland Burundi eine Impfkampagne gegen die Krankheit gestartet. Zunächst würden rund 4.000 Menschen geimpft, sagte Susannah Savage,
Burundi startet Impfkampagne gegen Ebola
14. August 2019
Kinshasa – Im Kongo sind wegen der Ebolakrise im Osten des Landes Tausende Kinder auf sich allein gestellt. Nach Angaben des Hilfswerks Unicef wurden seit Ausbruch der Epidemie in den Provinzen
Tausende Kinder wegen Ebolakrise im Kongo ohne Eltern
13. August 2019
Bethesda/Maryland/Kinshasa – Zwei Antikörperpräparate haben bei Patienten mit Ebolafieber im Kongo, wo eine Epidemie seit einem Jahr außer Kontrolle ist, eine so gute Wirkung erzielt, dass die
Zwei Antikörperpräparate retten in Studie neun von zehn Ebolapatienten
8. August 2019
Goma – Nach der Tötung eines Mediziners der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) im Ost-Kongo sind drei Ärzte festgenommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, die Drahtzieher der Tötung des kamerunischen
Tötung von WHO-Mediziner im Kongo: Drei Ärzte festgenommen
7. August 2019
Goma– Im Ost-Kongo sind nach Angaben einer Hilfsorganisation bislang mehr als 500 Kinder an Ebola gestorben. „Wir sind an einem dramatischen Punkt angekommen bei dieser Epidemie, die so erbarmungslos
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER