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Ärzteschaft

Weltaidstag: Gegen die Stigmatisierung von Infizierten angehen

Montag, 1. Dezember 2014

Berlin – Anlässlich des Weltaidstages haben die Bundesärztekammer (BÄK) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zu einem vorurteilsfreien Umgang mit HIV-Infizierten aufgerufen. „Aufgabe von Ärzten ist es, ihre Patienten nach einer Diagnose aufzufangen und sie medizinisch zu betreuen. Ärzte wirken aber auch präventiv und klären über Ansteckungsrisiken auf. So gehen sie gegen Verharmlosung und gesellschaftliche Vorurteile an“, sagte Martina Wenker, Vizepräsidentin der BÄK.

„Etliche Ängste vor einer HIV-Übertragung im Alltag sind unbegründet“, ergänzte der Vizepräsident der BZÄK, Dietmar Oesterreich. Die gesamtgesellschaftliche Aufklärung diesbezüglich sei wichtig, damit Ausgrenzung und Diskriminierung Betroffener keine Chance hätten.

Stigmatisierendes Verhalten wäre unangebracht
„In den (Zahnarzt-)Praxen in Deutschland gelten sehr hohe Hygienestandards für jeden Patienten. HIV-Patienten nehmen hier keine Sonderrolle ein. Zahnärzte müssen bei jedem Patienten die erforderlichen Maßnahmen zur Hygiene sowie zur Infektionskontrolle durchführen, unabhängig davon, ob ein Patient eine Infektion angegeben hat. Ein stigmatisierendes Verhalten wäre also völlig unangebracht“, so Oesterreich.

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Ärzten stehe ein breites Spektrum von Fortbildungsveranstaltungen zur Verfügung, führte Wenker aus. Dort können sie sich über neue Therapiestrategien informieren, sich in interdisziplinären Fallbesprechungen fachlich austauschen oder mit Fragen der Psychotherapie von HIV-Infizierten befassen. „Aids-Patienten haben einen Anspruch auf eine gute ärztliche Versorgung mit Engagement und dem Respekt für die menschliche Würde“, sagte Wenker.

Solidarität heißt Niemanden zurücklassen
„Aids ist heute eine vermeidbare Erkrankung. Trotzdem wird Aids bei jährlich 1.100 Menschen diagnostiziert – weil sie viel zu spät davon erfahren, dass sie HIV-infiziert sind. Dass Menschen früher von ihrer Infektion erfahren und rechtzeitig mit einer Therapie beginnen können, ist eine der großen Herausforderungen dieser Zeit“, betonte Manuel Izdebski vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe.

„Zu einer solidarischen Haltung gehört auch, niemanden zurückzulassen“, sagte Izdebski. „Anlässlich des Weltaidstages fordern wir den uneingeschränkten Zugang zu Prävention und medizinischer Versorgung für alle Menschen.“

BÄK und BZÄK kündigten an, sich verstärkt bei der Bekämpfung von HIV und Aids zu engagieren. Die BZÄK hat gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe ein Infoblatt für ihre Mitglieder erstellt. Es klärt darüber auf, dass bei den Patienten keine Sonderbehandlung erforderlich ist – die normalen Hygienemaßnahmen reichen völlig aus. © Ol/aerzteblatt.de

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