Politik

Studie: Suizid mit ärztlicher Hilfe ist selten

Montag, 1. Dezember 2014

Bochum – Einer aktuellen Befragung von Ärzte zufolge ist Selbsttötung mit ärztlicher Hilfe der Ausnahmefall. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Medizinische Ethik der Ruhr-Universität Bochum. Nur ein Fall von ärztlich assistiertem Suizid ist den Studienleitern bei der Befragung von 734 Medizinern genannt worden. Bei dieser Form der Sterbehilfe unterstützt der Arzt, der Patient vollzieht jedoch die letzte Handlung.

Die Bundesärztekammer lehnt ärztliche Hilfe zur Selbsttötung ab. In ihren Grundsätzen dazu heißt es: "Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe." Auch der Deutsche Ärztetag hatte 2011 mit großer Mehrheit für eine Überarbeitung des § 16 der (Muster-)Berufsordnung votiert. Danach ist es Ärzten verboten, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten.

Anzeige

Kürzlich hatten sich auch die Lehrstuhlinhaber für Palliativmedizin geschlossen gegen den ärztlich assistierten Suizid ausgesprochen. Ihrer Ansicht nach ist eine  solche Beihilfe keine ärztliche Aufgabe, wohl aber sich den Menschen in Not mit aller Kompetenz und Fürsorge zuzuwenden. Wichtig seien öffentliche Aufklärung und Auseinan­der­setzung mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer sowie die Verbesserung der Fortbildung von Ärzten und Pflegern zur Begleitung Schwerkranker, so die Pallia­tivmediziner.

Nach der Studie der Ruhr-Universität lehnen 34 Prozent der befragten Mediziner ein generelles Verbot ab. Jeder Vierte befürwortet es, die meisten - 41 Prozent - sind unentschieden. Auch bei der Frage, ob sie im Zweifelsfall beim Sterben helfen würden, wenn ein Patient dies verlangt, ist die Meinung geteilt: 40 Prozent der befragten Ärzte gaben an, dass sie sich dies unter bestimmten Bedingungen vorstellen könnten. Für 42 Prozent der Befragten ist das jedoch nicht vorstellbar. © dpa/mis/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.02.17
Karlsruhe will 2017 über Sterbehilfegesetz entscheiden
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) plant, die weit mehr als ein Dutzend Verfassungsbeschwerden gegen das neue Sterbehilfegesetz in diesem Jahr zu entscheiden. Dabei ist eine mündliche......
17.02.17
Versorgung Sterbenskranker durch Gesetz nicht behindert
Berlin – Viele Ärzte sind verunsichert, inwieweit sie sich bei der Begleitung und Behandlung von schwerkranken Patienten, die nicht länger leben wollten, strafbar machen. Das berichtet die Deutsche......
17.02.17
Amsterdam – Niederländische Ärzte haben mit Blick auf die Sterbehilfe den Stellenwert der Patientenverfügung kritisiert. In keinem anderen Land der Welt werde so viel Gewicht auf die......
09.02.17
Amsterdam – 148 Ärzte in den Niederlanden haben eine Petition gegen aktive Sterbehilfe bei Demenzpatienten unterzeichnet. „Unsere moralische Abneigung, das Leben eines wehrlosen Menschen zu beenden,......
08.02.17
Brüssel – In Belgien hat es offenbar einen zweiten Fall von aktiver Sterbehilfe für einen Minderjährigen gegeben. Die nationale Evaluationskommission habe bestätigt, dass ein junger Wallone bereits im......
06.02.17
Hamburg – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat Bundestag, Bundesrat, Kanzleramt und Bundesjustizministerium aufgefordert, bis Ende des Monats Stellungnahmen zum Sterbehilfegesetz einzureichen.......
27.01.17
Amsterdam – Zum ersten Mal ist in den Niederlanden ein Arzt aufgrund aktiver Sterbehilfe an einer Demenzpatientin von der Sterbehilfe-Überprüfungs-Kommission (RTE) gerügt worden. Es habe nicht......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige