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Ärzteschaft

KBV kontert Kritik an neuem Hausarzt-EBM

Montag, 1. Dezember 2014

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat auf Kritik am neuen Hausarzt-Kapitel im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) reagiert. „Mit den Änderungen wollten wir Hausärzte entlasten, die große Praxen führen, und Hausärzte, die viele alte Menschen versorgen“, erklärte Regina Feldmann, Vorstand der KBV, heute in Berlin. „Wenn wir das Geld mit der Gießkanne verteilt hätten, wären Praxen gefördert worden, die es nicht brauchen. Dann wären wir nicht unserem Auftrag nachgekommen, die Versorgung flächendeckend sicherzustellen.“

Ergebnis der Honorarverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband für das Jahr 2015 war unter anderem, 264 Millionen Euro mehr für die haus- und fachärztliche Grundver­sorgung zur Verfügung zu stellen. Die Hälfte davon soll ab dem kommenden Jahr in den hausärztlichen Bereich fließen: zum einen in einen Strukturzuschlag in Höhe von 2,20 Euro pro Fall und zum anderen in die Hausbesuche speziell qualifizierter nichtärztlicher Praxisassistentinnen (NäPAs), die ein entsprechendes Curriculum der Bundesärzte­kammer (BÄK) absolviert haben.

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Waren deren Hausbesuche bislang nur in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Regionen abrechenbar, können Hausbesuche von NäPAs künftig überall abgerechnet werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hausärzte mindestens 860 Fälle im Quartal haben oder mindestens 160 Patienten pro Quartal behandeln, die älter sind als 75 Jahre.

Feldmann: Regelungen bevorzugen nicht ostdeutsche KVen
In der Folge hatte unter anderem der Hausärzteverband Baden-Württemberg kritisiert, dass sich die Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (Verah) noch zu einer NäPA weiterbilden müssten, bevor deren Hausbesuche abgerechnet werden könnten. „Es gibt unterschiedliche Qualifikationen für die Praxisassistentinnen“, erklärte Feld­mann. „Bei den Honorarverhandlungen haben wir uns an dem Anerkennungsverfahren zwischen Bundesärztekammer und Deutschem Hausärzteverband orientiert.“ Wenn es nun einen Aufschrei vom Hausärzteverband gebe, habe dieser wohl vergessen, welche Vereinbarung er selbst getroffen habe.

Feldmann wies zudem die Kritik zurück, die getroffene Regelung bevorzuge ostdeutsche Kassenärztliche Vereinigungen. „Das ist komplett falsch“, sagte sie. Denn NäPAs gebe es viel häufiger im Westen als im Osten. So gebe es in Baden-Württemberg 976 und in Niedersachsen 693. In Sachsen-Anhalt hingegen seien es 413, in Mecklenburg-Vorpommern 151 und in Thüringen 126.

Bis zu 21.500 Euro zusätzlicher Umsatz pro Jahr möglich
Abschließend rechnete sie vor, wie viel Umsatz eine teilnahmeberichtige Praxis durch die neuen Regelungen pro Jahr generieren kann: „Die Strukturförderung liegt pro Jahr bei 5.260 Euro für 600 Fälle pro Quartal.“ Damit sollen vor allem Kosten für Ausbildung und Ausstattung der Mitarbeiterin, zum Beispiel mit einem Mobiltelefon oder Auto, gedeckt werden.

Wenn die Praxisassistentin zudem von Beginn an fünf Hausbesuche pro Woche mache, komme die Praxis auf 4.080 Euro pro Jahr – bei zehn Hausbesuchen pro Woche auf 8.160 Euro. „Auf diese Weise kann eine Praxis knapp 14.000 Euro zusätzlichen Umsatz pro Jahr generieren“, sagte Feldmann. „Gibt es noch eine zweite weitergebildete Praxisassistenz sind es bis zu 21.500 Euro“. Und dabei sei die Zeit, die der Arzt durch die Delegation der Leistung gewinne, noch gar nicht mit eingerechnet. © fos/aerzteblatt.de

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