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Medizin

Studie: Typ 2-Diabetes beschleunigt kognitiven Abbau im Alter

Dienstag, 2. Dezember 2014

dpa

Baltimore – Wer mit 50 Jahren an einem Typ 2-Diabetes erkrankt, hat im Alter von 60 Jahren die kognitiven Fähigkeiten eines über 65-Jährigen ohne Diabetes. So lassen sich plakativ die Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie in den Annals of Internal Medicine (2014; 161: 785-793) zusammenfassen.

Die Furcht vor der schicksalhaften Alzheimer-Krankheit kann leicht den Blick auf andere Ursachen verstellen, die sich durch einen gesunden Lebensstil eventuell vermeiden lassen. Dazu gehört die Atherosklerose der Hirnarterien, die durch modifizierbare Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Bewegungsmangel, Ernährungsfehler und den Typ 2-Diabetes begünstigt wird, wobei viele Typ 2-Diabetiker neben einem erhöhten Blutzucker auch die anderen genannten Risikofaktoren aufweisen. Um den Einfluss des Typ 2-Diabetes auf die kognitive Entwicklung im Alter zu untersuchen, hat Elizabeth Selvin von der Bloomberg School of Public Health in Baltimore die Daten der Athero­sclerosis Risk in Communities Study (ARIC) ausgewertet.

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Die Kohorte umfasst eine Gruppe von 15.792 Erwachsenen, die seit 1987 regelmäßig untersucht werden, wobei auch kognitive Tests durchgeführt werden. Zu Beginn der Studie waren die Teilnehmer zwischen 48 und 67 Jahre alt. Insgesamt 13 Prozent litten damals an einem Diabetes. Inzwischen sind mehr als zwei Jahrzehnte vergangen und bei vielen Teilnehmern haben die kognitiven Fähigkeiten nachgelassen.

Selvin kann eine signifikante Korrelation zur frühen Diabetesdiagnose nachweisen. Die Diabetiker zeigten einen um 19 Prozent beschleunigten Rückgang in den kognitiven Tests. Die negativen Auswirkungen bestanden bereits bei Personen, die mit einem HbA1c-Wert von 5,7 bis 6,4 Prozent noch als prädiabetisch eingestuft wurden, und die Auswirkungen nahmen mit dem HbA1c-Wert und der Dauer der Diabeteserkrankung zu.

Für Selvin zeigen die Ergebnisse, dass der einzelne Mensch durch die Vermeidung eines Typ 2-Diabetes sowie die konsequente Behandlung der Stoffwechselstörung häufig eine Demenz im Alter verhindern kann. Selbst wenn der geistige Verfall im Alter nur um einige Jahre hinausgezögert würde, könnte die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert und die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden, schreibt die Public-Health-Forscherin. © rme/aerzteblatt.de

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