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Politik

Arzneimittelnutzen: Spahn will im Einzelfall weniger strenge Bewertungskriterien

Dienstag, 2. Dezember 2014

Jens Spahn /IQWiG/Jürgen Seidel

Köln – Als einen großen Schritt nach vorn bezeichnete Jens Spahn, gesundheits­politischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das zu Jahresbeginn 2011 in Kraft getretene Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG). An dem Grundgerüst des Gesetzes wolle auch niemand mehr rütteln, betonte er am 29. November beim Herbstsymposium des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 

Vor dem Hintergrund der Nutzenbewertung des Wirkstoffes Sovaldi bei chronischer Hepatitis C merkte Spahn allerdings an, dass noch einmal darüber gesprochen werden müsse, was best verfügbare Evidenzstufe gemäß der Nutzenbewertungsverordnung bedeute. „Dass ein bei chronischer Hepatitis C wirksames Medikament im Vergleich zu dem, was es bisher gibt, vom IQWiG nur einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für bestimmte Gruppen zugesprochen bekommt, kann ich nicht verstehen.“ Spahn sprach sich für eine stärkere Beachtung der Patientenrelevanz aus.

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In diesem Zusammenhang verwies der CDU-Politiker darauf, dass offenbar die Nutzen­bewertung kaum eine Auswirkung auf die spätere Preisfestsetzung habe. „Wenn das IQWiG mühsam einen Nutzen bewertet, der G-BA sich intensiv damit beschäftigt, sollte das doch bei der Frage des Abschlags, den der Hersteller geben muss, irgendeine Rolle spielen.“ Spahn kündigte Gespräche darüber mit dem GKV-Spitzenverband an.

Qualität und Wirtschaftlichkeit: Die evidenzbasierte Zukunft

Vor zehn Jahren wurde das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gegründet. Es hat sich einen festen Platz im deutschen Gesundheitssystem erarbeitet. Jetzt geht es um die zukünftigen Herausforderungen.

Mittelfristig erachtet er eine Nutzenbewertung auf europäischer Ebene für sinnvoll, wobei die Entscheidung über die Erstattungsfähigkeit weiterhin der nationalen Gesundheits­politik vorbehalten bleiben müsse.

Dem IQWiG empfahl er zum zehnjährigen Jubiläum, sich als ein gleichberechtigter Partner ins Gesundheitssystem einzubringen. „Kommen Sie heraus aus der Wagenburg. Sie sind jetzt nicht mehr der, der draußen ist. Fühlen Sie sich nach zehn Jahren angekommen. Verstehen Sie sich als Partner im System - in dem Wissen darum, dass es gegensätzliche Interessen gibt.“ © TG/aerzteblatt.de

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